Spannende Experimente: In Weiden schickte der nanoTruck Schülerinnen auf eine Entdeckungstour in die faszinierende Welt der Nanotechnologie
Gemeinsam mit Schülerinnen der Sophie-Scholl-Realschule tauchte MdB Albert Rupprecht in die Nanowelt ein.Es ist morgens, 8.30 Uhr, als sich die Klasse 9a mit ihrer Lehrerin Frau Bäumler in Weiden auf den Weg macht. Doch nicht etwa ins Klassenzimmer, sondern in den nanoTruck, der für zwei Tage auf dem Oberen Markt Station macht. Der imposante Wissenschaftstruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung informiert hier über Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen der Nanotechnologie, die wegen ihrer Bedeutung für die Lösung wichtiger Zukunftsfragen auch oft als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichnet wird. So sieht es auch Albert Rupprecht, der Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag ist: „Nanotechnologie ist eine zentrale Schlüsseltechnologie bei der Lösung der großen Herausforderungen in den Bereichen Energieversorgung, Mobilität, Kommunikation und Gesundheit.“
Spannender Ausflug
Für Schüler ist der Ausflug eine spannende und zugleich lehrreiche Abwechslung, denn im Truck sind zahlreiche Exponate ausgestellt, die Dank Nanotechnologie ganz unterschiedliche, zum Teil revolutionäre Eigenschaften besitzen. Viele der Ausstellungsobjekte können die Schüler auch anfassen und selbst bedienen, das weckt die Neugier und sorgt nicht selten für großes Staunen. Worum es bei der Nanotechnologie genau geht erklärte Julia Donauer, eine der beiden Wissenschaftler, die den nanoTruck nach Weiden begleiten: „Nano kommt von Altgriechisch ‚der Zwerg‘. Es geht also um kleinste Teilchen und Strukturen in Größenordnungen unter 100 Nanometern.“ Um sich das besser vorstellen zu können, veranschaulicht die Expertin das an einem Beispiel: „Wenn man ein menschliches Haar mit einem scharfen Messer in 50.000 Längsstreifen schneiden würde, erhält man ein Nanometer dünne Haare.“
Nano-Praxis pur
Dann ging es an die Praxis: Mit einfachsten Mitteln wie Hibiskusblütentee, Büroklammern und Bleistiftgraphit bauen die jungen Nachwuchswissenschaftler eine eigene Solarzelle. Mit einer solchen, nach ihrem Erfinder benannten „Grätzelzelle“, kann man mithilfe der Nanotechnologie die Fotosynthese der Pflanzen nachahmen. Das fanden Schüler und Gäste spannend und „Spannung“ entstand wortwörtlich am Ende des Workshops, als die einzelnen Zellen der Kurzzeit-Nano-Forscherinnen und -forscher in Reihe geschaltet wurden. Zum Glück hatte sich der Regen der letzten Tage verzogen und die Sonne strahlte vom Himmel – beste Voraussetzungen also für den Test der Solarzellen. Und tatsächlich war die Freude groß, als der Soundchip einer Glückwunschkarte die bekannte Happy Birthday-Melodie ertönen ließ.
Berufliche Perspektiven in der Nanotechnologie
Auch Leonhard Dietrich, bei der VHS Weiden verantwortlich für die berufliche Fort- und Weiterbildung, war begeistert und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass solche und auch andere Experimente im nanoTruck helfen, manchem Schüler die Nanotechnologie als zukünftiges Berufsfeld näher zu bringen. Denn wer in diesem Bereich arbeiten möchte, wird gute Arbeitsplatz- und Karriereperspektiven in Deutschland haben. Auch in der Oberpfalz sei die Nanotechnologie inzwischen bei zahlreichen Unternehmen angekommen, so Dietrich, darunter etwa die Firma Schott, die Solarzellen mit Nano-Glasbeschichtungen effizienter gestaltet.


















