Ravensburg: Haarige Tatsachen und nächtliche Nanowelten
Mikro und Makro nebeneinander. Maxi, der Spender der Haarprobe neben der Elekronenmikroskop-Aufnahme seines Haares.„Können wir mit dem Elektronenmikroskop auch mal ein Haar untersuchen?“, fragte der Schüler Maxi. „Sicher können wir das machen, aber dazu brauchen wir natürlich auch eine Haarprobe“ meinte Katharina Müller, projektbegleitende Wissenschaftlerin im nanoTruck. Da ließ sich Maxi nicht zweimal bitten und rupfte sich beherzt einen ganzen Büschel Haare heraus! Mehr als genug, damit die Schülergruppe die kleinsten Strukturen eines menschlichen Haares einmal genauer betrachten konnte. Ein nicht alltägliches Erlebnis für die Schüler, denn die teuren und empfindlichen Rasterelektronenmikroskope findet man sonst nur in den Laboren der Forscher.
Nanotechnologie – Kleines ganz groß
„Wisst ihr denn, wo wir im täglichen Leben schon mit der Nanotechnologie in Berührung kommen?“, fragte Katharina Müller ihre jungen Gäste und erntete zunächst ratlose Blicke. „In Computern!“, äußerte schließlich der Schüler Magnus und lag damit genau richtig. „In nahezu allen elektronischen Geräten stecken heutzutage Chips, die auf Transistoren im Nanometer-Bereich basieren“, so Katharina Müller. Doch dies ist nur eines unter vielen Anwendungsbeispielen, die heute schon fast alltäglich sind. Hinzu kommen Einsatzmöglichkeiten bei Sport- und Freizeitgeräten, in der Medizin, in der Oberflächenbehandlung, bei der Herstellung extrem stabiler und gleichzeitig leichter Materialien und vielerlei Anwendungen mehr. „Von der Nanotechnologie haben wir schon einmal etwas in der Schule gelernt. Dass es aber so viele Anwendungsbereiche gibt, ist mir neu. Das finde ich schon sehr interessant“, erläuterte Anja, die sich nach dem einleitenden Vortrag und der anschließenden Lasershow auf Erkundungstour durch den doppelstöckigen Truck gemacht hatte.
Im nano-Zukunftslabor
Einen Blick in die Zukunft der Energieerzeugung konnten die Schüler beim Bau einer nanokristallinen Solarzelle werfen, der sogenannten Grätzelzelle. Den Nutzen dieser mit einfachsten Hilfsmitteln hergestellten organischen Farbstoffsolarzelle erklärte Julia Donauer, ebenfalls wissenschaftliche Begleiterin im nanoTruck: „Diese Art der Solarzelle hat den Vorteil, dass sie deutlich günstiger herzustellen ist als herkömmliche, auf Silizium basierende Photovoltaikzellen. Denn Silizium gibt es zwar tatsächlich wie Sand am Meer, jedoch ist der Gewinnungsprozess sehr aufwändig.“
Nanotechnologie zum Anfassen bei der Perspektive 2011
Ein besonderes Highlight war die große Erlebnisnacht der Technik, die zum ersten Mal in Ravensburg stattfand. Sie gewährte den Besuchern spannende Einblicke in die Möglichkeiten und Potenziale verschiedener Technikfelder. Selbstverständlich, dass die Türen des nanoTrucks im Rahmen dieser Veranstaltung auch bis spät in die Nacht offen standen. Und so herrschte auch reger Andrang: rund 500 Besucher ließen es sich nicht entgehen, sich über alle Aspekte und konkreten Anwendungsfelder der Nanotechnologie zu informieren und mit den projektbegleitenden Wissenschaftlern über Chancen, Risiken, Herausforderungen sowie Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten zu diskutieren.
Nanotechnologie on Tour
Nanotechnologie live können auch Sie erleben. Nach seinem Aufenthalt in Ravensburg ist der nanoTruck schon wieder auf der Reise zu den nächsten Zielen in ganz Deutschland – bestimmt kommt er auch in Ihre Nähe. Informationen zu den Stationen der bundesweiten nanoTruck-Tour erhalten Sie im Standortverzeichnis.



































