Nachwuchs des Gießener Landgraf-Ludwigs-Gymnasium übt für Karriere in der Nanotechnologie – besonders Mädchen sind gefragt
Solarstrom mittels Hibiskusblütentee – wie das funktioniert erklärten Marius und Benedikt (v. re.) beim Besuch von Staatssekretär Dr. Helge Braun (li.) im nanoTruck. Die stellvertretende Schulleiterin Antje Mühlhans und der kommissarische Schulleiter Arno Bernhardt freuten sich über die rege Teilnahme ihrer Schüler.Braun ermutigte insbesondere die Mädchen, ihre Chance zu ergreifen und keine Angst vor einem naturwissenschaftlich-technischen Studium zu haben – schließlich hätten sie im Durchschnitt das bessere Abitur. In diesem Zusammenhang ging der Humanmediziner auch auf den Ruf von Naturwissenschaftlern ein, den sie bei manchen Menschen „genießen“: „Wenn man hört, dass sich jemand beispielsweise für Mathematik interessiert, sagen viele: Oh Gott, ein Freak!“ Dabei helfe die Naturwissenschaft doch vielmehr dabei, so Helge Braun, die Welt in ihren Details zu verstehen.
Welche Antworten die Schlüsseltechnologie auf Fragen wie „Wo wird unser Strom künftig herkommen?“ oder „Mit Nano Energie gewinnen? Geht das?“ zu bieten hat, das erfuhren Teilnehmer einer 10. Klasse des LLG bei einem Schülerpraktikum im nanoTruck-Labor. Sie bauten mit Hibiskusblütentee, Büroklammern, Bleistift-Graphit und einem mit nanoskaligem Titandioxid beschichteten Glasplättchen eine so genannte Grätzelzelle. „Ich bin überrascht, dass man mit so einfachen Mitteln eine funktionierende Mini-Solarzelle bauen kann“, zeigte sich Nachwuchswissenschaftler Marius Gehorn nach dem Ausflug in die Praxis begeistert. Zusammen mit Mitschüler Benedikt stellte er das Ergebnis des Praktikums vor Journalisten und Dr. Helge Braun vor.
Der Stopp des nanoTrucks erfolgte im Rahmen des diesjährigen MINT-Abends (Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften) am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Im Mittelpunkt standen dabei Präsentationen der Lerngruppen aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaft und Technik. Bei zahlreichen Experimentalvorträgen der Science-Klassen und interessanten Versuchen zum Mitmachen konnten sich Besucher eingehend über die Aktivitäten des Gymnasiums informieren. Und wer bisher dachte, Mathematik sei langweilig, wurde von den schlauen Mathe-Füchsen eines Besseren belehrt.












