Ferienstimmung im nanoTruck

Für die Schülerinnen und Schüler im Süden Deutschlands beginnen die großen Ferien Ende Juli – für den nanoTruck hingegen waren die Tourstopps im schwäbischen Geislingen an der Steige und im nordbadischen Osterburken die ersten nach einer zweiwöchigen Sommerpause.
Von wegen abgelenkt - Trotz der nahenden Sommerferien hängten sich diese beiden Workshopperinnen im nanoTruck voll rein. Das Ergebnis: satte 239 mV mit der selbstgebauten Grätzelzelle!Von wegen abgelenkt - Trotz der nahenden Sommerferien hängten sich diese beiden Workshopperinnen im nanoTruck voll rein. Das Ergebnis: satte 239 mV mit der selbstgebauten Grätzelzelle!

Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung: Die letzten Tage eines Schuljahres, wenn alle Schularbeiten geschrieben und alle Noten verteilt sind, verlaufen gerne ein wenig zäh – ziehen sich in die Länge wie ein großer Kaugummi. Es sind die Tage der Lehrerkonferenzen und Projektarbeiten – oder, wenn es gut läuft, die Tage von Schulfesten und Unterrichtserlebnissen der besonderen Art. So geschehen am Helfenstein-Gymnasium in Geislingen und am Ganztagesgymnasium in Osterburken, beide in Baden-Württemberg, kurz vor den Sommerferien. Dort machte der nanoTruck eine Woche lang Station und lud zu zwei interessanten Entdeckungsreisen in die Welt der Nanotechnologie.  „Wir hatten zugegeben ein wenig die Befürchtung, dass die Schülerinnen und Schüler schon etwas abgelenkt sein könnten,“ erzählt nanoTruck-Wissenschaftler Marco Kollecker. „Das hat sich später aber als völlig unbegründet herausgestellt. Unsere Workshopper nahmen sich sogar mehr Zeit als üblich, um die Ausstellung im Truck zu erkunden und mit uns zu diskutieren.“ Die Workshops seien alle ausgebucht, die Stimmung sehr locker und entspannt gewesen, freute sich auch Kolleckers Kollege Alexander Heusel. „Das hat richtig Spaß gemacht!“

Tag der Jugend und aufgweckte Nachwuchsforscher in Geislingen

In Geislingen, wo der Stadtjugendring für Sonntag zum „Tag der Jugend“ eingeladen hatte, nutzten neben den Helfenstein-Gymnasiasten auch rund 1.500 wissbegierige Forschernaturen die Gelegenheit, dem nanoTruck, begleitet von einem bunten Rahmenprogramm, einen Besuch abzustatten. Reichlich Action war auch schon tags zuvor geboten, als die aufgeweckte Kindergruppe des örtlichen Bildungs- und Wissenschaftsvereins Educat e.V im nanoTruck vorbeischaute. Selbst heftige Regenschauer, die am Samstag über der Schwäbischen Alb niedergingen, konnten die Nachwuchswissenschaftler nicht von ihrem Weg abbringen. Für einen bleibenden Eindruck bei Nano-Experte Marco Kollecker sorgte dann vor allem der ausgeprägte Forscherdrang der Fünft- und Sechstklässler: „Ich bin immer wieder über die große Neugier vieler Kinder erstaunt. Schließlich ist es auch genau diese Eigenschaft, die einen guten Wissenschaftler ausmacht. Aus meiner Sicht ist es weniger entscheidend, was man schon alles weiß, sondern vielmehr, welche Fragen man stellt.“

Hightech auch für Schulen abseits der Universitätsstädte

In diesem Sinne ließen sich auch die Osterburkener Schülerinnen und Schüler zusammen mit den beiden Bundestagsabgeordneten Margaret Horb und Alois Gerig aus dem Neckar-Odenwald-Kreis den Ausflug in eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts nicht entgehen. Beim Blick über die Schulter der im nanoTruck an ihren eigenen Farbstoffsolarzellen auf Nano-Basis bastelnden Schüler betonten die beiden Politiker, wie wichtig es sei, Jugendliche für Natur- und Technikthemen zu begeistern. Ein Gedanke, den Schulleiter Willi Biemer gerne aufgriff, als er seinen Schützlingen begeistert beim ersten „Forschungspraktikum“ zusah: "Als Schule weit weg von den großen Universitätsstädten sind wir auf solche Angebote wie den nanoTruck angewiesen, damit wir Zukunftstechnologien kennenlernen und ausprobieren können." Gemeint waren damit unter anderem die Hightech-Geräte im nanoTruck wie etwa das Rasterelektronen- und das Rasterkraftmikroskop, deren Anschaffung sich eine Schule in der Regel kaum leisten kann, und die deshalb vor allem von Physik-, Chemie- und Biologie-Kursen besonders gerne genutzt werden.

  • Die Bundestagsabgeordnete Margaret Horb, Schulleiter Willi Biemer und der Bundestagsabgeordnete Alois Gerig (v.r.n.l.) begleiteten einen Schülerworkshop in Osterburken.
  • Für viele Schülerinnen und Schüler ist vor allem die Arbeit mit dem Elektronenmikroskop an Bord des nanoTrucks spannend, das hier von Nano-Experte Alexander Heusel erklärt wird.
  • Beim "Tag der Jugend" in Geislingen begleitete den nanoTruck-Auftritt ein buntes Rahmenprogramm, u.a. mit einem Flohmarkt.
  • Zieht alle Blicke auf sich: Die fertige Grätzelzelle beim Test am Labortisch.
  • Um die Energie der Sonne in Strom umzuwandeln braucht es lediglich Farbstoff aus Hibiskusblütentee und eine nanostrukturierte Oberfläche.
  • Ein besonders schickes Accessoire aus der nanoTruck-Kollektion für Nachwuchswissenschaftler: knallblaue Schutzhandschuhe.
  • Der Blick aufs Multimeter zeigt, ob sich die Arbeit gelohnt hat.
  • Bei gutem Wetter ging es in Geislingen zum Live-Test der Grätzelzellen vor die Tür.
  • Werden alle Zellen in Reihe geschaltet, genügt die erzeugte Spannung, um einem kleinen Soundchip eine Melodie zu entlocken.
  • In Osterburken waren die jungen Forschernaturen bei bester Laune - kein Wunder, schließlich geht es im nanoTruck vor allem um den Spaß an der Wissenschaft.
  • Gespannte Aufmerksamkeit: Wissenschaftler Alexander Heusel erklärt das Experiment.
  • Handschuhe gibt es auch in grün. Auf jeden Fall zahlt sich Teamwork aus.
  • Die Zukunft im Visier: Nanomaterialien können bereits existierende Produkte besser machen und darüber hinaus völlig neue Anwendungsfelder erschließen.
  • Der spannende Moment: Auch in Osterburken ging es zum Live-Test nach draußen.
  • Gruppenbild mit Truck: die stolzen Workshopper nahmen bei ihrem Besuch eine Menge nützliches Wissen mit.