„Want this truck!“ – Mit dem nanoTruck auf Sommer-Tour

Auf seiner Sommerreise im August quer durch die Republik von der Ostsee bis nach Hessen weckte der nanoTruck nicht nur den Forschergeist vieler Schülerinnen und Schüler – auch ungeahnte Begehrlichkeiten bei so manchem Besucher. So hinterließ ein Gast auf Facebook den knappen Kommentar „Want this truck!“. Ein Wunsch, der den begleitenden Wissenschaftlern zwar sehr schmeichelte, dem aber leider nicht nachgekommen werden kann, schließlich warten noch viele andere Wissbegierige auf einen Besuch im nanoTruck.
"Want this truck"... Wie sich bei Facebook zeigte, kann der Besuch im nanoTruck einen zweifellos bleibenden Eindruck hinterlassen."Want this truck"... Wie sich bei Facebook zeigte, kann der Besuch im nanoTruck einen zweifellos bleibenden Eindruck hinterlassen.

Was haben Erdbeeren und Nanotechnologie miteinander zu tun? Auf den ersten Blick wenig, doch im Rostocker Umland pflegt der ansässige „Erdbeerkönig“ neben einer Vorliebe für die süßen Sommer-Früchte auch ein großes Interesse für die Welt der winzig kleinen Dimensionen. Weshalb der sympathische Regent aus Rövershagen den nanoTruck auch bereits zum zweiten Mal in Karls Erlebnis-Dorf willkommen heißen konnte. Das Mitmach-Angebot traf dabei genau den Geschmack der zahlreichen, vor allem jungen Besucher, die auch in ihrer Freizeit noch etwas dazu lernen wollten.

Top-informiert in Brandenburg

Frisch erholt und voller Wissensdurst zeigten sich auch die Schülerinnen und Schüler in Ludwigsfelde und Bad Freienwalde, wo der nanoTruck in der ersten Woche nach den Sommerferien Station machte. Für großes Staunen sorgte hier vor allem das Elektronenmikroskop an Bord des doppelstöckigen Ausstellungsfahrzeugs. „Im Biologie-Unterricht konnten wir zwar schon einige Proben mit einem normalen Lichtmikroskop untersuchen, aber hier haben wir die Möglichkeit, alles noch viel genauer zu beobachten“, freute sich etwa Sonja, Teilnehmerin am Workshop „Kleinstes ganz groß“. Wie einfach und dennoch anschaulich sich nanotechnische Experimente durchführen lassen, verblüffte selbst manche Lehrerin und manchen Lehrer, denn für sie hatten die beiden nanoTruck-Wissenschaftler Julia Donauer und Alexander Heusel einen eigenen Spezial-Workshop im Programm, in dem die Experten aus dem Nähkästchen plauderten und einige Tricks im Umgang mit diesem zukunftsträchtigen Forschungsfeld verrieten. Entsprechend positiv fiel auch das Urteil von Alexander aus: „Zwischen den Schüler- und Lehrer-Workshops besteht eigentlich gar kein großer Unterschied, weil auch unter den Lehrkräften ein enormes Interesse an der Nanotechnologie besteht. Von vielen Teilnehmern haben wir auch schon gehört, dass sie die gezeigten Versuche im Unterricht wiederholen wollen.“ So gesehen erscheint auch der Eintrag eines Besuchers auf der Facebook-Seite der Initiative „nanoTruck“ durchaus plausibel, der dort mit dem kurzen aber eindeutigen Kommentar „Want this truck!“ seiner Begeisterung über die interaktive Ausstellung Ausdruck verlieh.

Wetzlar: Kein Grund ins Schwitzen zu kommen

Heiß her ging es dann im wahrsten Sinne des Wortes in Wetzlar, was nicht nur an den vielen neugierigen Besuchern lag, welche für die wissenschaftlichen Projektbegleiter Julia Donauer und Marco Kollecker eine Menge interessante Fragen mit im Gepäck hatten. Das alleine genügte freilich noch nicht, um die beiden routinierten Fachleute ins Schwitzen zu bringen, die sommerlichen Temperaturen von weit über 30°C hingegen waren dafür schon eher geeignet. „Hitzefrei!“ hieß es dementsprechend auch für die Schülerinnen und Schüler der gastgebenden Freiherr-vom-Stein-Schule in Wetzlar. Dass dank kurzfristiger Programmänderungen dennoch alle Veranstaltungen wie geplant umgesetzt werden konnten freute auch Marco: „Es wäre natürlich sehr ärgerlich gewesen, wenn eine Veranstaltung für eine Schulklasse ausgefallen wäre, insbesondere weil sich viele schon im Vorfeld während des Unterrichts auf den Besuch im Truck vorbereiten. Insofern sind wir froh, dass trotz des heißen Wetters alles reibungslos geklappt hat.“

Experten-Treffen in Göttingen

Nanotechnologie am Einkaufszentrum live erleben? Was zunächst seltsam klingt, macht aber durchaus Sinn! Denn um den öffentlichen Dialog mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu suchen und zu fördern, wie es die Aufgabe des nanoTrucks ist, hilft es, direkt auf die Menschen zuzugehen. Das kann an einer Schule sein, oder eben an einem Einkaufszentrum wie dem Göttinger Kauf Park. Tatsächlich wurde das Angebot sehr gut angenommen und zog auch fachlich versiertes Publikum an, wie sich Biologin Julia Donauer freute: „Zwei Doktoranden der Uni Göttingen kamen spontan vorbei und waren ganz begeistert von unserem Rasterelektronenmikroskop. Die beiden haben Köpfe von Fruchtfliegen angeschaut und vergrößert, weil man sehr schön die verschiedenen Antennen und Sinnesorgane damit sichtbar machen konnte.“

Mit dem nanoTruck unterwegs zu neuen Zielen

Weiter geht die bundesweite nanoTruck-Tour mit einer Menge interessanter Termine im September. Dabei wird der Wissenschafts-Truck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und noch einmal Hessen Station machen.

  • nanoTruck-Wissenschaftler Alexander Heusel zeigt in Ludwigsfelde, wie der Probenhalter für die Untersuchung mit dem Elektronenmikroskop eingesetzt wird.
  • Wie kriegt man ein einzelnes Salzkorn auf den Probenhalter? Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.
  • Hier wird ganz genau geschaut - 6 Augen sehen mehr als 2.
  • Nur eine Seite des Glasplättchens ist leitend. Um herauszufinden, welche das ist, hilft ein einfaches Multimeter.
  • Solarenergie aus einem Becher Tee? Kaum zu glauben...
  • ... doch tatsächlich, es funktioniert!
  • Die nanoTruck-Wissenschaftlerin Dr. Julia Donauer sorgte beim Aerogel-Experiment für staunende Gesichter, trotz heißer Gasflamme bewegte sich das Thermometer nicht.
  • Eine Kohlenstoffnanoröhre im Großformat. In Wirklichkeit messen sie nur wenige Nanometer im Durchmesser.
  • Der Ketchup-Klecks kann so klebrig sein wie er will, am Lotus-Blatt bleibt er einfach nicht haften.
  • Fachsimpeln erlaubt, in Wetzlar holten sich die Lehrerinnen und Lehrer hilfreiche Tipps für den Unterricht.
  • So geht das... Julia Donauer erklärt den Stein-Schülern in Wetzlar das Grätzelzellen-Experiment.
  • Geschafft: Nach erfolgreichem Grätzlzellen-Test gibt es noch ein Erinnerungsfoto vor dem Truck.
  • Fachlich versierten Besuch konnte nanoTruck-Experte Dr. Marco Kollecker in Göttingen begrüßen. Zusammen wurden einige Proben unter dem Elektronenmikroskop untersucht.
  • Praktisch: Hier wurde zur Probenvorbereitung einfach eines der Exponat-Binolkulare umfunktioniert.