Von bizarren Wolkenformationen, bastelnden Wissenschaftlerinnen und Nano-begeisterten Sachsen

Normalerweise sind es die projektbegleitenden Wissenschaftler gewohnt, dass sich die spannendsten Geschichten im Inneren ihres Trucks abspielen. Während der September-Tour des nanoTrucks erlebten die Biologin Julia Donauer und der Physiker Alexander Heusel aber „draußen vor der Tür“ eine Makro-Überraschung. Am Himmel über Haldensleben zeigten sich zwei riesige Strudel, die alles um sich herum zu verdrängen schienen. Am Himmel über Haldensleben kreisten zwei Ufos… Eine solch bemerkenswerte Wolkenformation hatten die beiden Nano-Experten noch nie gesehen. „Keine Ahnung wie so etwas zustande kommt“, meinte Julia, „aber ich war schwer beeindruckt!“ Wenn auch nicht die beiden spektakulären Wolkenbilder, so konnten die beiden Wissenschaftler doch ein anderes „Phänomen“ umso besser erklären: Die Nanotechnologie.
UFOs über Haldensleben? Vermutlich gibt es für diese Wolkenformation eine sehr irdische Erklärung, beeindruckend ist der Anblick dennoch.UFOs über Haldensleben? Vermutlich gibt es für diese Wolkenformation eine sehr irdische Erklärung, beeindruckend ist der Anblick dennoch.

Erster Halt: Haldensleben

Zunächst vor den Toren Magdeburgs, im besagten Haldensleben, Mitte September, wo der nanoTruck auf Initiative des Professor-Friedrich-Förster-Gymnasiums für zwei Tage Station machte. Auf dem Programm stand u.a. der stark nachgefragte Workshop zum Thema „Nachhaltige Energiegewinnung mit der Nanotechnologie“, bei dem jeweils zwölf Schülerinnen und Schüler eine nanokristalline Farbstoffsolarzelle, eine sogenannte Grätzelzelle, bauen konnten. Angesteckt vom Eifer der Jung-Forscher legte Julia Donauer selbst „Hand an die Nanotechnologie“ und baute ihre eigene Grätzelzelle: „Normalerweise zeigen wir unseren Workshoppern wie der Bau funktioniert und erläutern die Funktionsweise. Aber weil wir beim Haldenslebener Workshop einen Platz am Labortisch frei hatten, habe ich einfach mal wieder mitgebaut.“ Nicht schlecht staunte die erfahrene Naturwissenschaftlerin dann, als einige Schüler mit ihren Solarzellen eine höhere Spannung erzeugten als sie mit ihrer „Profi-Zelle“. „Das freute mich riesig, weil die Gruppe so aufgeschlossen war und klasse mitgearbeitet hat“, so Julias Fazit.

Die Chemie im Blick

Weiter ging die Tour nach Roitzsch, einem Stadtteil von Sandersdorf-Brehna, nur unweit des bedeutenden Chemiestandortes Bitterfeld. Die dortige Sekundarschule hatte zu einem zweitägigen nanoTruck-Programm geladen, um den Schülerinnen und Schülern die beruflichen Perspektiven in der Nanotechnologie näher zu bringen, die in der chemischen Industrie eine wichtige Rolle spielt. Passend zum Auftakt der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA am 15. September gingen die Nano-Experten bei ihren Ausstellungsrundgängen besonders auf das Thema Nano im Automobil ein und stießen damit auf großes Interesse bei ihren jungen Gästen. Ein rundum gelungener Termin, wie Alexander Heusel am Ende feststellte.

Begeisterung in Borna

Eine bestens organisierte Schule und strahlender Sonnenschein erwartete das nanoTruck-Team auch im sächsischen Borna. Am städtischen Gymnasium „Am Breiten Teich“ hatte man schon gespannt auf den Besuch des rollenden Experimentierfeldes gewartet und wurde nicht enttäuscht. Die Präsentation der nanotechnologischen Möglichkeiten und realen Anwendungen überzeugte sowohl Lehrkräfte als auch Schüler. Für große Augen sorgten dabei die Live-Demonstrationen nanotechnischer Effekte anhand zahlreicher interaktiver Exponate. Ein besonderer Hingucker war wieder das Lotusblatt mit dem spurenlosen Abperlen von Schmutz und Wasser. Ein Effekt, der heute schon bei selbstreinigenden Dachziegeln und Stoffen angewendet wird. Entsprechend optimistisch fiel auch das Fazit einer Schülerin aus: „Ich bin echt gespannt auf diese neueste Technologie". Von Seiten der Schule ließ man ebenfalls keinen Zweifel daran aufkommen, dass man den Wissenschafts-Truck gerne wieder für einen Besuch gewinnen würde. So sah etwa Physiklehrerin Ursula Szyltowski darin „eine wesentliche Wissensbereicherung für unsere Schüler". Ein Lob, das die beiden nanoTruck-Wissenschaftler Marco Kollecker und Alexander Heusel gerne als Ansporn mitnahmen, genauso weiterzumachen.

Der nanoTruck unterwegs im Herbst

Wer den nanoTruck im Oktober besuchen will, hat gute Chancen, ihn auf einer von zahlreichen Großveranstaltungen zu finden. Möglichkeiten bieten sich etwa beim NRW-Tag in Bonn, dem Tag der Offenen Tür im Forschungszentrum Garching oder den Wissenschaftsnächten in Erlangen und Hamburg. Daneben stehen aber wie gewohnt auch Schultermine auf dem Programm, bei denen wie in Weiden oder Bargteheide die praxisnahe Information von Schülerinnen und Schülern im Mittepunkt steht. Ein besonderes Highlight stellt gleich zu Anfang des Monats der Besuch an der Beuth Hochschule anlässlich der BMBF-Fachkonferenz „WING.DE 2011 – Werkstoffe gestalten Zukunft“ in Berlin dar, wo das neu konzipierte Veranstaltungsformat „nano@Uni“ erstmalig auf dem Programm steht.

  • Genau hinschauen lohnt sich bei den zahlreichen Exponaten im nanoTruck.
  • nanoTruck-Wissenschaftlerin Julia Donauer baut mit Jungforschern Grätzelzellen, die später das Sonnenlicht in Strom umwandeln sollen.
  • Wie es sich für richtige Forscher im Labor gehört, sind Handschuhe für sauberes Arbeiten Pflicht.
  • Ein erster Test unter der Laborbeleuchtung zeigt, ob die Solarzelle richtig funktioniert.
  • Früh übt sich: Die Nanotechnologie fasziniert schon die jüngsten Besucher.
  • Am großen Bildschirm im Untergeschoss des nanoTruck erklärt Julia Donauer, was Nanotechnologie ist und was man damit machen kann.
  • Auch in Roitzsch wurde fleißig an Grätzelzellen gebaut. Konzentration ist bei den unterschiedlichen Arbeitsschritten besonders wichtig.
  • Eine fertige Grätzelzelle im Porträt: Auf den ersten Blick unscheinbar, aber im Inneren revolutionär.
  • Alexander Heusel bereitet mit den Workshoppern in Roitzsch den finalen Test unter freiem Himmel vor.
  • "Happy Birthday to you"... Wenn alle Zellen in Reihe geschaltet sind, spielt der angeschlossene Soundchip eine bekannte Melodie.
  • Das Automobil begeistert seit jeher Jung und Alt. Zum Start der IAA in Frankfurt rückten die nanoTruck-Wissenschaftler dieses Thema auch in ihren Vorträgen in den Mittelpunkt und zeigten, dass man hierbei mit Nanotechnologie schon heute einiges "bewegen" kann.
  • Mit Spaß bei der Sache: Nanotechnologie begeistert.
  • "Morgenstund hat Gold im Mund": Die ersten neugierigen Schüler machen sich auf den Weg zu einer Entdeckungsreise im nanoTruck.
  • Nano-Experte Marco Kollecker testet mit den Schülern bei strahlendem Sonnenschein die gebauten Grätzelzellen, da kann ja nichts mehr schief gehen.
  • So macht Unterricht Spaß: Der Besuch in Borna war ein voller Erfolg, finden auch diese Schüler.