Volle Grätzelzellen-Kraft voraus: Der nanoTruck zu Besuch in Heidelberg

Seit 625 Jahren wird an der Heidelberger Ruprecht-Karls-Universität gelehrt und geforscht. Passend zum Jubiläum fand vom 4. bis 6. Juli eine internationale Nanotechnologie-Konferenz statt, zu der auch der nanoTruck eingeladen war. Während die Nano-Experten auf der Konferenz ihre neuesten Erkenntnisse vorstellten und diskutierten, traf der nanoTruck auf dem Mensavorplatz vor allem auf neu- und wissbegierige Schüler und Studenten.
Hat sich die Arbeit gelohnt? Am Ende des Workshops testen diese zwei Schüler ihre selbstgebaute Grätzelzelle mit dem Multimeter.Hat sich die Arbeit gelohnt? Am Ende des Workshops testen diese zwei Schüler ihre selbstgebaute Grätzelzelle mit dem Multimeter.

Die Grätzelzelle – Der „Burger“ unter den Solarzellen

Wissenschaftlerin Julia Donauer war begeistert: „So starke Grätzelzellen haben wir in einem Workshop schon lange nicht mehr gehabt!“ Stolze 2,4 V zeigte das Messgerät bei strahlendem Sonnenschein an. Auf den ersten Blick mag diese Spannung, welche die Siebtklässler der Werkrealschule Unterer Neckar mit ihren sechs selbstgebauten und in Reihe geschalteten Mini-Solarzellen erzeugen konnten, nicht besonders hoch erscheinen. Bedenkt man aber, dass hier mit einfachsten Hilfsmitteln wie Hibiskusblütentee, Bleistiftgraphit und Büroklammern gearbeitet wurde, so kann sich das Ergebnis der „Burger-Solarzellen“, wie sie von den begleitenden Wissenschaftlern aufgrund des geschichteten Aufbaus liebevoll genannt werden, durchaus sehen lassen. Auch Alexander Heusel, zweiter wissenschaftlicher Begleiter im nanoTruck, freute sich mit seinen jungen Gäste über das Ergebnis: „Die Schülerinnen und Schüler waren wirklich sehr begeistert und interessiert bei der Sache, dafür sind sie am Ende auch belohnt worden.“

Spontane Besuche und ein kohlenstoffbelagerter Radiergummi

Insgesamt war der dreitägige Aufenthalt in Heidelberg von viel Spontaneität und wissenschaftlicher Neugier geprägt, was vor allem am Stellplatz direkt vor der Mensa des Campus Im Neuenheimer Feld lag, auf dem alle Naturwissenschaftlichen Fakultäten beheimatet sind. Viele Besucher statteten dem nanoTruck auf diese Weise einen spontanen Besuch ab. So zum Beispiel eine Gruppe von Lehrern, die sich nach Schulschluss noch unverbindlich einige Anregungen für ihren Physik- und Chemieunterricht abholen wollten. Beim nanoTruck-Team stießen sie damit auf offene Ohren. Auch viele andere Besucher nutzten das unverbindliche Angebot, sich in der Ausstellung über die Möglichkeiten der Nanotechnologie zu informieren. Ein besonderer Hingucker war auch wieder das neue Elektronenmikroskop, wie Julia Donauer berichtet: „Eine Besucherin wollte sich mal ihren Radiergummi genau anschauen, und mit dem Röntgenspektroskop konnten wir sogar Kohlenstoffansammlungen vom abradierten Bleistift auf der Oberfläche lokalisieren.“

Die Tour geht weiter

Nach einer kurzen Sommerpause geht die bundesweite Tour Ende Juli in Augsburg auch schon wieder weiter. Wer sich wie die Heidelberger über die Welt der kleinsten Teilchen informieren will und wissen möchte, wann der „Treffpunkt Nanowelten“ in der Nähe Station macht, kann sich im Tourplan jederzeit darüber informieren.

  • Gerade ist der nanoTruck auf dem Campus der Universität Heidelberg angekommen, da zieht das doppelstöckige Ausstellungsfahrzeug auch schon die ersten Blicke auf sich.
  • Bei bestem Sommerwetter ließen die neugierigen Besucher nicht lange auf sich warten.
  • Unter den Besuchern waren vor allem Studenten der umliegenden naturwissenschaftlichen Fakultäten.
  • Der nanoTruck auf seinem Stellplatz direkt vor der Mensa.
  • nanoTruck-Wissenschaftler Alexander Heusel im Gespräch mit zwei Studenten. Für viele Besucher war die Nanotechnologie nichts neues, dennoch zeigten sie sich verblüfft, wo diese Technologie heute schon überall ihre Anwendung findet.
  • Drei Tage lang präsentierte sich die rollende Ausstellungs- und Erlebniswelt dem interessierten Publikum in Heidelberg.
  • Alexander Heusel bereitet mit Schülern den Soundchip vor, mit welchem die im Workshop gebauten Grätzelzellen getestet werden.
  • Der spannende Moment: Die nanokristallinen Mini-Solarzellen werden in Reihe geschaltet. Wenn alles klappt, ertönt eine bekannte Melodie.
  • "Happy Birthday"... zwar hatte hier niemand Geburtstag, die Freude war aber trotzdem groß: Die Spannung von 2,4 V reichte locker aus, um den Soundchip zum "singen" zu bringen. Ein tolles Ergebnis der Schulklasse!
  • Neben dem Workshop standen noch viele weitere Angebote wie Ausstellungsrundgänge, Kurzvorträge und Jobtalks auf dem Programm des nanoTruck-Besuchs in Heidelberg. Hier erläutert Nano-Expertin Julia Donauer einer Schülergruppe die Bedeutung der Nanotechnologie.