„Spannung“ im nanoTruck

Wer dachte, Wissenschaft sei langweilig, der wurde beim Tourstopp des nanoTrucks in Gießen eines besseren belehrt. Ein Schüler-Wettbewerb um die stärkste selbstgebaute Nano-Solarzelle sorgte an der Gesamtschule Ost wortwörtlich für eine Menge Spannung. Wie groß das Interesse an der Technik in winzigen Dimensionen bei den Jugendlichen ist, davon überzeugte sich auch der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, MdB.
Staatssekretär Dr. Helge Braun baute gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Gießener Ostschule eine organische Solarzelle auf Nano-Basis.Staatssekretär Dr. Helge Braun baute gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Gießener Ostschule eine organische Solarzelle auf Nano-Basis.

Gute Aussichten für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs

„Wissen Sie als Mediziner, was Nanobienen sind?“ fragte Direktor Dr. Frank Reuber seinen Gast Helge Braun, der den nanoTruck anlässlich eines Schülerworkshops besuchte. Die Auflösung ließ nicht lange auf sich warten: Es handele sich dabei um Nanopartikel, die Bienengift zielgenau in Tumorzellen hineintransportieren könnten, um diese auf natürliche Weise zu bekämpfen, so der Schulleiter. Zwar wisse er nicht, ob das Bienenvolk aus der schuleigenen Imkerei zur Herstellung von Nanobienen geeignet sei, jedoch würden die fleißigen Insekten noch ein anderes nützliches Naturprodukt produzieren. Gemeint war der Honig, den naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler der Gießener Ostschule dort selbst herstellen und von dem er Helge Braun ein Glas als Kostprobe überreichte.

Dr. Braun zeigte sich beeindruckt und lobte die Erfolge der Schule, etwa beim Wettbewerb „Jugend forscht“, bei dem man den diesjährigen hessischen Landessieger stellt. Die Bedeutung der Naturwissenschaften betonte der sympathische Politiker auch bei seinem anschließenden Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern: „Der nanoTruck ist hier, um zu zeigen, wie spannend es sein kann, mit moderner Ausstattung wie einem Elektronenmikroskop, an den großen Themen zu arbeiten. Denn die Nanotechnologie verbindet viele der bedeutendsten Themen, etwa die Gesundheitsforschung und die Forschung für die Energiewende.“ Aus der täglichen Arbeit im Bundesministerium wisse er, dass Fachkräfte insbesondere in den naturwissenschaftlichen und technischen Berufen dringend benötigt würden. Wegen der hervorragenden beruflichen Aussichten ermutigte Dr. Braun die Jugendlichen, ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich anzustreben: „Damit alles, was wir uns vorgenommen haben, am Ende auch technisch funktioniert, werden sicher noch 20, 30 Jahre vergehen. Und wenn man überlegt, wer dann eigentlich die aktiven Forscher sind, die das alles umsetzen, erforschen und hinkriegen werden, dann sind das Sie!“

Gesucht: Die stärkste „Grätzelzelle“

Dass die Energiewende auch an der Gießener Ostschule bereits in vollem Gange ist, machte Schulleiter Reuber mit Verweis auf die Bürgersolaranlage, die von der Schule selbst betrieben wird, deutlich. Passend dazu hatte sich das nanoTruck-Team etwas Besonderes einfallen lassen. Die Schüler bauten mit alltäglichen Hilfsmitteln eigene organische Solarzellen auf Nano-Basis, sogenannte „Grätzelzellen“. Der Clou dabei: Wer besonders genau arbeitete und die stärkste Grätzelzelle baute, dem winkte der Gewinn eines nanosymbolischen Preises. Angespornt von diesem Wettbewerb, legten sich die Teilnehmer zur Freude von nanoTruck-Wissenschaftler Niklas Kotman mächtig ins Zeug: „Am Beispiel der organischen Solarzelle zeigen wir, dass man mithilfe der Nanotechnologie schon in kürzester Zeit und mit wenig Aufwand ein tolles Ergebnis erzielen kann. Der Wettbewerbscharakter erleichtert dabei auch zurückhaltenderen Schülerinnen und Schülern den Einstieg.“ Am Ende lohnte sich die Mühe für das Siegerteam. Mit einer Spannung von 347 Millivolt setzten die beiden Schüler Michel und Mirko mit Abstand die Bestmarke an diesem Tag und konnten sich damit über den Gewinn eines einmaligen Nano-Puzzles freuen.

  • Voller Einsatz: Dr. Braun packte an den Labortischen im nanoTruck mit an.
  • Schwarzes Kabel an schwarze Klemme und rotes Kabel an rote Klemme, sonst passiert nichts.
  • "Ideen zünden" im nanoTruck: Wissenschaftler Alexander Heusel kennt den Weg.
  • So wird's gemacht: nanoTruck-Experte Niklas Kotman erklärte den Aufbau der "Grätzelzelle" und...
  • ... stand den Schülerinnen und Schülern anschließend mit Rat und Tat zur Seite.
  • An den Labortischen ging es eng zu.
  • Immer mittendrin: Alexander Heusel half bei Fragen stets weiter.
  • Sorgte für staunende Blicke zwischendurch: Der Ferrofluid-Brunnen.
  • Der "spannende" Moment: Dr. Braun legte bei der Reihenschaltung der gebauten Grätzelzellen selbst Hand an.
  • Bitte lächeln: Ein Erinnerungsfoto an den ereignisreichen Tag mit Schulleiter Dr. Reuber (links) und Staatssekretär Dr. Braun (3.v.l.).