Nichts ist unmöglich

Bei der Rodgauer Bildungsmesse, der größten nichtkommerziellen Messe dieser Art in der Rhein-Main-Region, erwies sich der nanoTruck einmal mehr als ein echter Besuchermagnet. Beim anschließenden Tourstopp in Stegen bei Freiburg, zeigte sich, dass auch Menschen mit Hörbehinderung problemlos an den Veranstaltungen im nanoTruck teilnehmen können.
Der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (mitte) zeigte sich begeistert vom vielfältigen Angebot auf der Bildungsmesse. Bei der Eröffnung ließ er es sich nicht nehmen, auch selbst einen Ausflug in die Nanowelten zu unternehmen. Foto: Stadt RodgauDer hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (mitte) zeigte sich begeistert vom vielfältigen Angebot auf der Bildungsmesse. Bei der Eröffnung ließ er es sich nicht nehmen, auch selbst einen Ausflug in die Nanowelten zu unternehmen. Foto: Stadt Rodgau

Zuerst für Schulklassen geöffnet

Alexander Heusel staunte nicht schlecht als er den Besucherzähler im nanoTruck am Ende des zweiten Tages bei der Rodgauer Bildungsmesse ablas. Die Lichtschranke, die jeden Besucher registriert, zeigte dem Wissenschaftler schließlich eine Zahl von über 1.700 an. „Es war aber auch wirklich eine ganze Menge los“, freute sich Heusel über das rege Interesse an seinem Fachgebiet, der Nanotechnologie. Am Freitag noch war der Truck nur für Schulklassen und Lehrkräfte der gastgebenden Heinrich-Böll-Schule zugänglich, die dort bei Vorträgen und Workshops erfuhren, was man unter dem Begriff „Nano“ eigentlich versteht, und was man damit alles machen kann.

Wirtschaftsminister beeindruckt

Einem weitaus größeren Publikum öffneten sich die Türen dann zum Start der Bildungsmesse. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Vorwissen manche Besucher schon mitbringen, und wie sie sich dann bei uns noch umfassender über ein bestimmtes Thema informieren“, berichtete Niklas Kotman, der zweite Nano-Experte, der den nanoTruck nach Rodgau begleitete. Vor allem sein Fachwissen über die Nano-Medizin und spezifische Umweltfragen seien sehr gefragt gewesen, so der Diplom-Nanowissenschaftler. Das größte Interesse zeigten die Messebesucher aber erwartungsgemäß an den zahlreichen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, die in dieses vielseitige Technikfeld führen können. Im Rahmen kurzer Impulsvorträge versuchten Alexander Heusel und Niklas Kotman am Beispiel unterschiedlicher Berufswege Lust auf eine „Nano“-Karriere zu machen. Das freute auch den hessischen Wirtschaftsminister Florian Rentsch, der als Schirmherr der Rodgauer Bildungsmesse die Eröffnungsrede hielt: „So lebendig habe ich mir das hier nicht vorstellen können“, gab Rentsch sichtlich beeindruckt vom bunten Treiben auf der gesamten Messe zu.

Barrierefreiheit ist im nanoTruck kein Fremdwort

Ein ebenso volles wie abwechslungsreiches Programm erwartete den nanoTruck beim nächsten Termin im Südwesten Deutschlands. In Stegen im Breisgau teilten sich die Schülerinnen und Schüler des ansässigen Kollegs St. Sebastian und des Bildungs- und Beratungszentrums für Hörgeschädigte (BBZ) für drei Tage den Doppelstöcker. Auf die Teilnehmer des BBZ hatten sich die Wissenschaftler dabei speziell vorbereitet. „Barrierefreiheit ist im nanoTruck kein Fremdwort und wir Wissenschaftler sind auf alle Gäste, mit oder ohne körperliche Behinderung gut eingestellt. Aber zugegeben: Jugendliche oder Erwachsene mit Hörbehinderung konnten wir noch nicht sehr oft bei uns begrüßen. Deshalb beschäftigen wir uns im Vorfeld einer Veranstaltung wie jener in Stegen sehr genau bzw. zielgruppenspezifisch mit den Inhalten unserer Präsentationen und der Art ihrer Vermittlung“, erzählte Marco Kollecker. „Wir sind von den Lehrern sehr gut vorbereitet worden und haben ein spezielles Mikrofon für unsere Vorträge erhalten, das direkt mit den Hörgeräten der Schüler verbunden war. Im direkten Gespräch haben wir etwas langsamer und deutlicher gesprochen als sonst, so dass die Schüler das Gesagte auch von unseren Lippen ablesen konnten“, ergänzt sein Kollege Alexander Heusel die eigenen Erfahrungen. „Das hat wirklich hervorragend geklappt, für uns war fast keine Umstellung nötig, so das Resümee der beiden Wissenschaftler“

Der nanoTruck ist weiter unterwegs

Wer den nanoTruck selbst besuchen möchte, der sollte eine der zahlreichen Gelegenheiten an über 60 Standorten bis Ende 2013 wahrnehmen. Die nächsten Stationen des nanoTrucks sind für die nächsten drei Monate online abrufbar: http://www.nanotruck.de/tour/standorte.html

  • Mit kleinen Experimenten zeigte Wissenschaftler Alexander Heusel verblüffende Effekte der Nanotechnologie und zog damit alle Blicke auf sich. Foto: Stadt Rodgau
  • Der nanoTruck war eines der Highlights auf der Bildungsmesse und erwies sich einmal mehr als Besuchermagnet. Foto: Stadt Rodgau
  • In der doppelstöckigen Ausstellung weckten die zahlreichen interaktiven Exponate das Interesse bei Jung und Alt. Foto: Stadt Rodgau
  • Anfassen ausdrücklich erlaubt, im nanoTruck gibt es viel zu entdecken.
  • Bei manchen Exponaten muss man ganz genau hinsehen. Kein Wunder, schließlich dreht sich im nanoTruck alles um die Technik in winzigen Dimensionen.
  • Die Schülerinnen und Schüler der gastgebenden Heinrich-Böll-Schule waren am Vortag der Bildungsmesse zu Vorträgen und Workshops eingeladen.
  • In Stegen nutzte Nano-Experte Alexander Heusel ein Mikrofon, damit die Schülerinnen und Schüler des BBZ seinem Vortrag besser folgen konnten.
  • Das nanoKino im Obergeschoss lud mit anschaulichen Filmen und Beispielen zur Anwendung der Nanotechnologie zum verweilen ein.
  • Gute Laune bei den Schülern des BBZ im nanoTruck.
  • Gruppenfoto vor dem nanoTruck.
  • Die Lehrer des BBZ unterstützten die nanoTruck-Wissenschaftler, so dass die Vorträge für jeden verständlich waren.
  • Beim Lotus-Labyrinth gilt es, einen Wassertropfen unbeschadet über einen beschichteten Porenbetonstein zu bugsieren.
  • Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt: Schüler des BBZ beim Grätzelzellen-Workshop.
  • Mit dem Fön trocknet der Hibiskusblütentee schneller, dessen Farbstoff zum Bau der Solarzellen benötigt wird.
  • Alles im Blick: Unter dem Licht der Labortische wird zeigt sich, ob die Solarzellen funktionieren.
  • Noch besser geht's bei Sonnenschein. Werden alle Zellen in Reihe geschaltet, lässt sich damit ein kleiner Verbraucher, wie etwa ein Soundchip, mit ausreichend Spannung versorgen.