"Treffpunkt Nanowelten" in Beerfelden

Die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts kam mit lebendigem Ausstellungstruck nach Beerfelden im Odenwald.
Mit einfachen Experimenten wie diesem Ferrofluid-Stifthalter sorgte nanoTruck-Wissenschaftler Dr. Marco Kollecker für Verblüffung.Mit einfachen Experimenten wie diesem Ferrofluid-Stifthalter sorgte nanoTruck-Wissenschaftler Dr. Marco Kollecker für Verblüffung.

Gastbeitrag von Elisa Daum, Klasse 9d der Oberzent-Schule Beerfelden, Schülerzeitung „VIP- Very Important Paper“

Der nanoTruck ist 220 Tage im Jahr in 100 verschiedenen Städten unterwegs und lockte bereits über 100.000 Zuschauer an. Die 100m² große Ausstellungswelt im doppelstöckigen Truck versucht interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf einer Tour durch ganz Deutschland die Kernthemen der Nanotechnologie näherzubringen. Am Mittwoch, den 30. und am Donnerstag, den 31. Mai machte der Truck auf Einladung der Oberzent-Schule Station in Beerfelden in der Stried, um auch die Odenwälder für die moderne Technologie zu begeistern.

Aber was ist denn überhaupt Nanotechnologie? Nano heißt übersetzt Zwerg oder Winzling. Ein Nanometer (nm) ist ein Milliardstel Meter.  Das ist rund 50.000 mal kleiner als der Durchmesser eines Menschenhaares, eine für uns unvorstellbar winzige Größeneinheit. Diese kleinen Nanoteilchen haben oft verblüffend andere chemische und physikalische Eigenschaften als größere Objekte aus demselben Material. Zerkleinert man beispielsweise Gold auf eine Partikelgröße unter 80 Nanometer, verliert es seinen goldenen Glanz und verändert sein Aussehen, indem es in Lösung rubinrot erscheint. Die Nanotechnologie nutzt diese verschiedenen Veränderungen, um Produkte und Verfahren entscheidend zu verbessern und neu zu entwickeln und ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.

Der nanoTruck ist das europaweit einzige mobile Ausstellungskonzept zur Nanotechnologie und eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Er ist ganze 16,5 Meter lang und wiegt insgesamt 37 Tonnen. Er informiert über die Grundlagen, Forschung, Anwendungsbereiche, Zukunftschancen und Risiken der Technologie. In Beerfelden wurden morgens geführte Ausstellungspräsentationen für Schulklassen gemacht, nachmittags verschiedene Ideenworkshops angeboten und donnerstags gab es eine „Offene Tür“ für die interessierte Öffentlichkeit. Die Schüler wurden durch den Truck geführt und bekamen auf verständliche Weise näher gebracht was es mit der modernen Technologie auf sich hat. In sechs Themenwelten wurden die aktuellsten Fragen beantwortet. Die Schüler erfuhren, dass die Nanotechnologie in allen Lebensbereichen eingesetzt wird: in Haushalt, Sport, Freizeit, Bauen, Wohnen, Information, Kommunikation, Medizin und Gesundheit und, dass sie in energiesparenden Lichtquellen, schnellen Computern und modernen Krebstherapien Verwendung findet. Ein weiteres Anwendungsbeispiel gibt es im Bereich „Freizeit“. Die Nanotechnologie verleiht Laufschuhen vorteilhafte Eigenschaften. Die Nanoteilchen auf der Textiloberfläche wirken wasserabweisend, im Innenschuh sorgen sie dafür, dass der Schweiß schnell vom Fuß wegtransportiert wird. Im Fußballschuh dienen sie zu einer besonderen Strapazierfähigkeit im rauen Einsatz. Außerdem gibt es im nanoTruck das wohl einzige mobile Elektronenmikroskop in Deutschland, womit Jugendliche die Nano-Strukturen selbst mitgebrachter Materialien untersuchen konnten. Nach der Führung hatten die Schüler dann noch die Möglichkeit den Truck selbst zu entdecken und der Nanotechnologie an interaktiven Stationen noch weiter auf den Grund zu gehen.  Im Obergeschoss des Trucks bot das nanoKino durch Filme weitere Einblicke in diese spannende Welt. Bei einem kleinen Quiz konnte das gerade erst neu erlernte Wissen sofort angewendet werden und auch eine Lasershow blieb den Schülern sehr positiv in Erinnerung. Für Fragen und Erklärungen standen jederzeit die beiden projektbegleitenden Wissenschaftler Herr Dr. Kollecker und Frau Dr. Donauer zur Verfügung.

Deutschland vertritt eine exzellente Position im Bereich der Nano-Forschung und möchte durch den Ausstellungstruck Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland die moderne Technologie näherbringen, sodass jeder die Möglichkeit hat "nano" hautnah zu erleben. Dieses Konzept ist auch in Beerfelden sehr gut angekommen und der Ausstellungstruck konnte seine Besucher begeistern.

http://www.oberzent-schule.de/

  • Zu einer Besichtigung der Ausstellung im nanoTruck konnte Dr. Kollecker auch Herrn Bergmann als Mitglied des Stadtrats und Frau Hofherr, die Leiterin der Oberzent-Schule begrüßen.
  • Für die Teilnehmer des Workshops wurde es dann ernst: Dr. Kollecker gibt hier noch ein paar Tipps zum Bau der Grätzelzelle.
  • Einer für alle: Ein Fön findet nicht nur im Badezimmer einen praktischen Nutzen.
  • Die Handschuhe sollen vor allem Flecken durch die verwendete Jod-Lösung verhindern, sehen aber auch so sehr schick aus.
  • Mit Kabeln verbunden und unters Licht gehalten wird die Nano-Solarzelle getestet.
  • Ob die Arbeit erfolgreich war, zeigt dann das angeschlossene Multimeter, bevor es anschließend ...
  • ... ins Freie geht, wo alle Grätzelzellen in Reihe geschaltet werden. Hat alles geklappt, fließt genügend Strom, um einen Soundchip zum "Singen" zu bringen. Den Gesichern nach zu urteilen, war das Experiment in diesem Fall erfolgreich.