Nachwuchs des Gießener Landgraf-Ludwigs-Gymnasium übt für Karriere in der Nanotechnologie – besonders Mädchen sind gefragt

Schülerinnen und Schüler des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums (LLG) konnten sich am 16. November im neuen nanoTruck des Bundesbildungsministeriums als Nachwuchs-Wissenschaftler versuchen. Mit an Bord war der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun (MdB). Im Gespräch mit den Jugendlichen und den Gastgebern des nanoTrucks - Antje Mühlhans, stellvertretende Schulleiterin, und Arno Bernhardt, kommissarischer Schulleiter - unterstrich er die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Ausbildung junger Menschen. „Wir brauchen Absolventen in diesen Fächern, um unseren Wohlstand zu sichern und im internationalen Wettbewerb zu bestehen.“ Angebote wie der nanoTruck könnten einen Beitrag dazu leisten, Jugendliche für Naturwissenschaften zu begeistern.
Solarstrom mittels Hibiskusblütentee – wie das funktioniert erklärten Marius und Benedikt (v. re.) beim Besuch von Staatssekretär Dr. Helge Braun (li.) im nanoTruck. Die stellvertretende Schulleiterin Antje Mühlhans und der kommissarische Schulleiter Arno Bernhardt freuten sich über die rege Teilnahme ihrer Schüler.Solarstrom mittels Hibiskusblütentee – wie das funktioniert erklärten Marius und Benedikt (v. re.) beim Besuch von Staatssekretär Dr. Helge Braun (li.) im nanoTruck. Die stellvertretende Schulleiterin Antje Mühlhans und der kommissarische Schulleiter Arno Bernhardt freuten sich über die rege Teilnahme ihrer Schüler.

Braun ermutigte insbesondere die Mädchen, ihre Chance zu ergreifen und keine Angst vor einem naturwissenschaftlich-technischen Studium zu haben – schließlich hätten sie im Durchschnitt das bessere Abitur. In diesem Zusammenhang ging der Humanmediziner auch auf den Ruf von Naturwissenschaftlern ein, den sie bei manchen Menschen „genießen“: „Wenn man hört, dass sich jemand beispielsweise für Mathematik interessiert, sagen viele: Oh Gott, ein Freak!“ Dabei helfe die Naturwissenschaft doch vielmehr dabei, so Helge Braun, die Welt in ihren Details zu verstehen.

Welche Antworten die Schlüsseltechnologie auf Fragen wie „Wo wird unser Strom künftig herkommen?“ oder „Mit Nano Energie gewinnen? Geht das?“ zu bieten hat, das erfuhren Teilnehmer einer 10. Klasse des LLG bei einem Schülerpraktikum im nanoTruck-Labor. Sie bauten mit Hibiskusblütentee, Büroklammern, Bleistift-Graphit und einem mit nanoskaligem Titandioxid beschichteten Glasplättchen eine so genannte Grätzelzelle. „Ich bin überrascht, dass man mit so einfachen Mitteln eine funktionierende Mini-Solarzelle bauen kann“, zeigte sich Nachwuchswissenschaftler Marius Gehorn nach dem Ausflug in die Praxis begeistert. Zusammen mit Mitschüler Benedikt stellte er das Ergebnis des Praktikums vor Journalisten und Dr. Helge Braun vor.

Der Stopp des nanoTrucks erfolgte im Rahmen des diesjährigen MINT-Abends (Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften) am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Im Mittelpunkt standen dabei Präsentationen der Lerngruppen aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaft und Technik. Bei zahlreichen Experimentalvorträgen der Science-Klassen und interessanten Versuchen zum Mitmachen konnten sich Besucher eingehend über die Aktivitäten des Gymnasiums informieren. Und wer bisher dachte, Mathematik sei langweilig, wurde von den schlauen Mathe-Füchsen eines Besseren belehrt.

  • So macht Chemie richtig Spaß: Schülerinnen und Schüler des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums beim Herstellen einer Grätzelzelle.
  • Laura und Katharina haben keine Scheu vor Naturwissenschaften.
  • Max, Marisa und Niklas (v. li.) färben die Grätzelzelle ein.
  • So ein Fön kann auch in der Chemie nützlich sein. Auf jeden Fall trocknen die gefärbten Grätzelzellen so schneller.
  • Tom (li.) und Alexander probieren sich als Nachwuchswissenschaftler beim Schüler-Praktikum im nanoTruck.