Keine Angst vor dem Mikrofon - im norddeutschen Bargteheide standen Schüler und Wissenschaftler den Medien Rede und Antwort

Ein wichtiges Thema, anschaulich und kompakt aufbereitet, außergewöhnliche Bildmotive sowie kompetente Gesprächspartner - und das alles auf gut 90 qm – dieses Informations- und Dialogangebot im nanoTruck ist besonders für Medien reizvoll. Egal ob Zeitung, Hörfunk oder Fernsehen - bei fast jedem Truckstopp kommen Journalisten der lokalen und regionalen Presse vorbei. In Bargteheide bei Hamburg hatte sich beispielsweise ein Reporter des NDR-Hörfunks angekündigt. Für die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse der Anne-Frank-Schule sowie die Wissenschaftler des Trucks hieß es also: Keine Angst vor dem Mikrofon.
Gerne kommen Medienvertreter zum Interview in den Truck - im Bild: ein NDR-Reporter (re.) im Gespräch mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Alexander Heusel.Gerne kommen Medienvertreter zum Interview in den Truck - im Bild: ein NDR-Reporter (re.) im Gespräch mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter, Alexander Heusel.

„Ich sollte den Lotus-Effekt beschreiben“, berichtet Alexander Heusel. Der Physiker ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Bord des Trucks. Nach rund 100 Tagen auf Tour ist er mittlerweile ein echter Medienprofi. Lampenfieber hat er nicht mehr. Bei den Schülerinnen und Schülern beobachtet er dagegen oft Zurückhaltung, wenn es darum geht ins Mikrofon zu sprechen oder in die Kamera zu schauen. „Meistens gehen die Reporter bei einem geführten Rundgang im Truck mit. Wir fragen die Schüler natürlich im Vorfeld, ob sie mitmachen wollen“, erklärt der Wissenschaftler. „Viele kriegen aber plötzlich kalte Füße, wenn dann das Licht der Kamera brennt.“

Soll ein Beitrag einmal richtig in die Tiefe gehen, nutzen Journalisten den Truck auch gerne als Recherchequelle. Die Wissenschaftler nehmen sich dann viel Zeit, um Detailfragen zu beantworten, eventuelle Unklarheiten zu beseitigen und über den neuesten Stand der Forschung zu informieren. Ein wahrer Medienauflauf ist zu beobachten, wenn Prominenz wie Bundesbildungsministerin Prof. Annette Schavan oder ein Nobelpreisträger für Physik im nanoTruck vorbeischaut. „Dann ist der Truck richtig voll“, berichtet Marco Kollecker. Schmunzelnd erinnert sich der Chemiker, der seit über eineinhalb Jahren mit dem Truck unterwegs ist, an seinen ersten „Presseauftritt“. „Ich war gerade fünf Wochen dabei, als wir Besuch von Politikern, Top-Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern bekamen. Eigentlich sollte eine Kollegin von der Pressestelle den Termin betreuen, aber die blieb mit dem Auto im Schnee stecken. Also musste ich ran.“ An den Adrenalinschub, den er dadurch hatte, kann er sich heute noch gut erinnern. „Ich bin plötzlich ziemlich blass geworden und war heilfroh, als wir den Termin gut über die Bühne gebracht hatten.“

Die Fragen der Medienvertreter und die der Besucher bei der offenen Tür oder bei Schülerführungen ähneln  sich übrigens oft. Meistens geht es um die Ziele der Kampagne, Anwendungsfelder der Nanotechnologie und um mögliche Risiken. In Bargteheide wollten sich besonders viele Bürger über die Teilchen in Nanogröße informieren. „Wir hatten alle Hände voll zu tun“, so Kollecker. „Am Ende der Veranstaltung  mussten wir sogar einige Besucher höflich bitten, den Truck zu verlassen, weil wir schließen mussten.“ Ein solcher Zuspruch motiviert den Wissenschaftler aber auch. „Wenn ich alle Fragen beantworten und den Leuten wirklich etwas erklären kann, dann macht mir meine Arbeit doppelt Spaß.“

  • Interessierte Schüler beim Vortrag von Physiker Alexander Heusel.
  • Nachwuchsforscher beim Workshop im nanoTruck.
  • Beim Workshop legten die Schüler selbst Hand an.
  • Die selbstgebastelten Grätzelzellen der Schüler bestanden den Leistungstest.
  • Gerade die kleinen Dinge haben im nanoTruck eine große Wirkung.