Jede Menge genutzte Chancen

Bei der Chance 2013, einer Messe für Beruf und Karriere Ende Januar in Halle, sorgte das Bundesministerium für Bildung und Forschung gleich doppelt für Aufsehen. Drei Tage lang machten sowohl der nanoTruck als auch das BIOTechnikum Station auf dem Messegelände in Halle 2. Gemeinsam bildeten die beiden bundesweiten Informations- und Dialoginitiativen den Messeschwerpunkt zu Ausbildungs- und Karrierewegen in MINT-Berufe – hier mit dem Fokus auf die Nano- und Biotechnologie.
Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, legte selbst Hand an. Hier testet er gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Naturforscher-Akademie Leopoldina, den Lotuseffekt... genial einfach!Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, legte selbst Hand an. Hier testet er gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Naturforscher-Akademie Leopoldina, den Lotuseffekt... genial einfach!

Gesucht: Der Lotuseffekt für Politiker

„Das wäre für Politiker manchmal auch nicht schlecht!“ Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zeigte sich verblüfft, als ihm Diplom-Physiker Alexander Heusel im nanoTruck den berühmten Lotuseffekt demonstrierte. Dabei perlte ein Tropfen klebrigen Ketchups einfach von der Oberfläche eines echten Lotusblattes ab – ohne Spuren zu hinterlassen. Gerade hatte Sachsen-Anhalts Landesvater zusammen mit dem Präsidenten der Naturforscher-Akademie Leopoldina, Prof. Dr. Jörg Hacker, die Bildungs-, Job- und Gründermesse eröffnet, da zog es die  beiden Ehrengäste auch schon in den nanoTruck. Kein Wunder, denn schließlich war das doppelstöckige Wissenschaftsmobil des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in der Messehalle kaum zu übersehen.

Zwei auf einen Streich: Nano- und Biotechnologie interaktiv erleben

Überhaupt bot sich den rund 10.000 Besuchern an diesem Wochenende ein besonders seltener Anblick: Denn neben dem nanoTruck machte auch die Partnerinitiative „BIOTechnikum“ in der Saale-Metropole Station. „Eine tolle Sache für alle Neugierigen, aber für die wissenschaftlichen Begleiter beider Trucks auch eine willkommene Gelegenheit, sich über die Fachbereiche hinweg auszutauschen“, freute sich Martin von Gregory, der als Biotechnologie-Experte mit dem BIOTechnikum durch Deutschland tourt und die Kollegen aus dem nanoTruck daher fast nie persönlich trifft. „Normalerweise sind wir immer an unterschiedlichen Standorten unterwegs. Dass wir hier bei der Chance 2013 gleichzeitig zu Gast sind, ist ein echter Glücksfall für die Messebesucher“, ergänzte Alexander Heusel.

Spannender Workshop für Schülerinnen und Schüler

Glück hatte auch eine Schulklasse des örtlichen Elisabeth-Gymnasiums, deren Lehrerin als erste auf das Angebot reagiert hatte, mit einer Schulklasse an einem gemeinsamen Workshop im nanoTruck und im BIOTechnikum teilzunehmen. Noch vor der offiziellen Messeeröffnung am Freitagvormittag standen also 13 Schülerinnen und Schüler an den Labortischen und sorgten für eine Menge Spannung. Elektrische Spannung, um genau zu sein. Denn nur wenn ihre selbst gebauten “Grätzelzellen“ genügend davon erzeugten, würde der angeschlossene Soundchip einer Glückwunschkarte ein Lied spielen. Weil die Nachwuchsforscher sehr konzentriert bei der Arbeit waren, klappte diese Übung problemlos. Im anschließenden Vortrag rückten die Wissenschaftler mit der Bionik ein Thema in den Mittelpunkt, das für die Bio- und Nanotechnologie gleichermaßen interessant ist. Denn hierbei dreht sich alles um das Übertragen von Problemlösungen aus der Natur auf die Technik. Entsprechend positiv fiel auch das Fazit von Lehrerin Christel Kreiling aus: „Gerade weil der Schulunterricht häufig sehr theoretisch ist, stellen solche Initiativen eine enorme Bereicherung für uns dar.“

Informationen über Karrierewege in die Nanotechnologie

Dass zweifellos ein enormes Informationsbedürfnis über die Nanotechnologie besteht, das wurde während des gesamten Wochenendes in vielen intensiven Gesprächen zwischen Besuchern und Wissenschaftlern deutlich. Ganz im Sinne des Messemottos „Zukunft selbst gestalten“ bestand besonders großes Interesse an den unterschiedlichen Berufsbildern und Karrierewegen auf diesem Gebiet. Niklas Kotman, selbst Diplom-Nanowissenschaftler, berichtete aus eigener Erfahrung, dass „jeder, der etwas in der Nanotechnologie bewegen möchte, über eine Berufsausbildung oder ein Studium im Bereich der Naturwissenschaften seinen Weg in dieses Forschungsfeld finden kann.“ Aber auch wer sich für Informatik und Technik interessiert, „hat gute Chancen in der Nanotechnologie Fuß zu fassen“, so der Experte weiter. Überhaupt sei die Nanotechnologie ein so breit gefächertes Technologiefeld, dass schon heute kaum jemand davon unberührt bleibe, so Kotman: „Die Nanotechnologie hat das Potenzial, die Welt stärker zu verändern als das Internet.“

nanoTruck-Tour geht weiter

Wer sich selbst ein Bild davon machen will, der sollte dem nanoTruck einen Besuch abstatten. Die nächsten Möglichkeiten dazu sind im nanoTruck-Tourplan 2013 für die nächsten drei Monate online abrufbar: http://www.nanotruck.de/tour/standorte.html

  • Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff eröffnete die Chance 2013. Gleich darauf zog es ihn in den nanoTruck.
  • Experte Alexander Heusel erklärt anhand des Lotuseffekts, wie sich Nano-Wissenschaftler am Vorbild der Natur orientieren. Dr. Reiner Haseloff und Prof. Dr. Jörg Hacker folgen ihm aufmerksam.
  • Großer Andrang: der nanoTruck war die erste Station beim Messerundgang.
  • Beim Workshop am Freitagmorgen bewieß eine Schulklasse des Elisabeth-Gymnasiums, dass man Dank Nanotechnologie aus einfachsten Hilfsmitteln eine Solarzelle bauen kann.
  • Nano-Experte Niklas Kotman erklärte den Aufbau der Grätzelzelle.
  • Viele Köche verderben den Brei? Nicht hier, denn der Grätzelzellen-Bau bedeutet Teamarbeit!
  • Unter dem Licht der Lampen werden die Zellen getestet. Das Multimeter zeigt 332 Volt, eine klasse Leistung!
  • Blaue Handschuhe schützen vor Flecken durch die Jodlösung.
  • Wir sind der Meinung: Das war Spitze! Die Teilnehmer des Grätzelzellen-Workshops, hier vor dem nanoTruck, haben gefallen an der Nanotechnologie gefunden.
  • Anschließend ging es weiter zu einem Vortrag ins BIOTechnikum.
  • Aline Anton, Wissenschaftlerin im BIOTechnikum, machte den Nutzen der Biotechnologie deutlich.
  • Ruhe vor dem Ansturm: in der Messehalle 2 standen der nanoTruck und das BIOTechnikum direkt nebeneinander und bildeten damit auf der Chance 2013 einen Messeschwerpunkt für Informationen über Berufe im MINT-Bereich.
  • Stets zu Ihren Diensten: Die nanoTruck-Wissenschaftler Alexander Heusel und Niklas Kotman.
  • Nanotechnologie für alle Lebensbereiche: Die Vielfalt der Einsatzgebiete verblüfft viele Besucher.
  • Anfassen ausdrücklich erlaubt: Viele Ausstellungsstücke laden zum Ausprobieren und Anfassen ein.
  • Oft herrschte dichtes Gedränge vor den vielen interaktiv gestalteten Exponatwänden im nanoTruck.
  • Der Ferrofluid-Brunnen schaut nicht nur schön aus. Die winzigen Nano-Partikel helfen z.B. auch bei der Krebsbekämpfung.
  • It's cool man... Nano-Experte Alexander Heusel demonstriert die Aerogel-Dämmmatte. Selbst größte Hitze hat hier keine Chance.
  • Der Gasbrenner in Aktion. Obwohl nur 1cm dünn, kann man bedenkenlos den Finger auf die gegenüberliegende Seite der Dämmmatte legen.
  • Schülerinnen auf Entdeckungstour im BIOTechnikum: Martin von Gregory erklärt ein Exponat.
  • Wie im nanoTruck ist auch die Ausstellung im BIOTechnikum interaktiv gestaltet. Lernen durch Ausprobieren lautet die Devise.