"In Zukunft wird die Nanotechnologie weiter an Einfluss gewinnen"

Stelldichein von Kommunal- und Bundespolitik: Beim Besuch des nanoTrucks Ende August am Kreisgymnasium in Halle (Westf.) besuchten die beiden Schulleiter, Markus Spindler und Cornelia Schramm, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, Landrat Sven-Georg Adenauer und die Bundestagsabgeordneten MdB Ralph Brinkhaus, CDU, und MdB Heiner Kamp, FDP, einen Schülerworkshop. Die beiden Bundespolitiker gaben dem nanoTruck-Team im Anschluss ein kurzes Interview.
Interviewtermin am KGH: Die Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus und Heiner Kamp über den nanoTruck und die Zukunft der Nanotechnologie.Interviewtermin am KGH: Die Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus und Heiner Kamp über den nanoTruck und die Zukunft der Nanotechnologie.

Wie hat Ihnen Ihr Besuch im nanoTruck am Kreisgymnasium in Halle gefallen? Was nehmen Sie als Privatmann und als Politiker aus diesem Besuch mit?

Brinkhaus: Ich bin gerne in den nanoTruck gekommen, was auch damit zu tun hat, dass wir im Kreis Gütersloh bestimmte Schwerpunkte haben und wir uns als MINT-Kreis betrachten. Als Fazit aus meinem Besuch kann ich sagen, dass es beeindruckend ist, was man mit einem LKW alles machen kann. Das Konzept einer mobilen Ausstellung mit wissenschaftlichen Mitarbeitern finde ich sehr gut vor allem wegen der Kombinationsmöglichkeit zwischen eigenem Entdecken und der Möglichkeit, sich die Dinge auch erklären zu lassen. Die Initiative nanoTruck ist gut angelegtes Geld. Es sollte mehr solche Projekte geben, denn ich glaube für die Zukunft dieses Landes ist es wichtiger, dass wir gute Ingenieure kriegen als Fußballer. Damit bekommen Schülerinnen und Schüler einen anderen Zugang zu solchen Technologien, egal ob das nun das wichtige Feld Nanotechnologie mit ihren Chancen und Risiken ist oder die Biotechnologie. Es muss uns darum gehen, junge Menschen für diese Technologien zu begeistern.

Und Sie Herr Kamp, wie beurteilen Sie die Wirkung des Informations- und Mitmachangebots im nanoTruck insbesondere auf die jungen Besucherinnen und Besucher?

Kamp: In Halle konnte ich beobachten, wie schnell die Schülerinnen und Schüler sich für das Thema begeistern konnten. Diese Reaktion macht aber auch nicht vor gestandenen Männern halt. Die Faszination, die von der Nanotechnologie ausgeht, ist meiner Meinung nach sehr groß. Vor diesem Hintergrund ist der nanoTruck des BMBF genau das richtige Instrument, um junge Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen und ihr Interesse zu wecken.

Herr Brinkhaus, wie wichtig erscheint Ihnen der öffentliche Dialog über neue Technologien wie er auch im Rahmen der BMBF-Initiative „nanoTruck“ stattfindet?

Brinkhaus: Ich habe im nanoTruck einen Schülerworkshop mitverfolgt, es fanden danach aber noch andere Termine für die Bürgerschaft statt, an denen wir leider nicht mehr teilnehmen konnten. Obwohl ich nicht beurteilen kann, wie hier die Resonanz war, halte ich es für sehr wichtig, dass das Informations- und Dialogangebot breiten Schichten zugänglich gemacht wird und man so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich in den nanoTruck einlädt.

Und noch eine Frage an Sie als Finanzexperte: Wie beurteilen Sie die Bedeutung der Nanotechnologie für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland?

Brinkhaus: Die Nanotechnologie ist sicher eines von mehreren Technik-Feldern, die für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zukunftsweisend sind und wir sollten hier als Technologiestandort auch möglichst frühzeitig dabei sein und jungen Menschen die beruflichen Perspektiven dieser Technologie aufzeigen.

Herr Kamp, denken Sie, dass die deutsche Forschungslandschaft auf die wachsende Bedeutung der Nanotechnologie ausreichend gut vorbereitet ist und hierbei auch im internationalen Vergleich eine aktive Rolle spielen kann?

Kamp: Deutschland nimmt schon heute eine führende Position in diesem Forschungsgebiet ein. Dies zeigt uns, dass die deutsche Forschungslandschaft schon sehr früh die Wichtigkeit des Themas erkannt und sich entsprechend aufgestellt hat. In Zukunft wird die Nanotechnologie weiter an Einfluss gewinnen. Um auch in Zukunft den Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich zu decken, müssen wir aber weiter aktiv um Nachwuchs werben und jungen Menschen die Faszination Nanotechnologie vermitteln. Ich denke aber, dass Deutschland auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Bereich der Nanotechnologie spielen wird, da die deutsche Forschungslandschaft gut und breit aufgestellt ist.

Was würden Sie also jungen Menschen sagen, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich der Nanotechnologie interessieren?

Kamp: Jungen Menschen, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich der Nanotechnologie interessieren, würde ich das Gleiche sagen was ich allen jungen Menschen sage, die sich für etwas interessieren, egal in welchem Bereich die Interesse liegen: Machen! Ich kann nur alle jungen Menschen dazu ermutigen ihre eigenen Wege zu gehen. Wenn sie sich dann für die Nanotechnologie interessieren, ist dies sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Die Technologie wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen und hat zudem das Potenzial tiefgreifende Veränderungen zu bewirken.

Herr Brinkhaus, Herr Kamp, wir danken für das Gespräch.

  • MdB Ralph Brinkhaus (r.) und MdB Heiner Kamp (2.v.l.) begleiteten im nanoTruck gemeinsam mit Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann (2.v.r.) und Landrat Sven-Georg Adenauer (l.) einen Schülerworkshop.
  • Die Gastgeber am Kreisgymnasium: Schulleiter Markus Spindler und seine Stellvertreterin Cornelia Schramm.
  • Volles Haus: Im Obergeschoss des nanoTrucks verfolgt MdB Heiner Kamp (mitte) einen Vortrag.
  • "Es muss uns darum gehen, junge Menschen für diese Technologien zu begeistern": MdB Ralph Brinkhaus zeigte sich vom Konzept der Initiative "nanoTruck" überzeugt.
  • "Eine rundum gelungene Veranstaltung", so das Fazit aller Beteiligten über den zweitägigen Besuch des nanoTrucks in Halle.