Forscherkinder entdecken die Nanowelten

"Früh übt sich, was ein Meister werden will", wusste schon der Dichter Friedrich Schiller zu berichten. Gleiches dachten sich auch die Schülerinnen und Schüler der Forscherschule in Merzig-Bietzen, die den nanoTruck für zwei Tage zu sich ins Saarland eingeladen hatte. Auch wenn die Nanotechnologie noch in keinem Grundschul-Lehrplan steht, zeigten sich die jungen Besucher enorm neugierig und aufgeschlossen. Als Dankeschön für die lehrreiche Veranstaltung hatten sie für das nanoTruck-Team am Ende sogar eine kleine Überraschung parat.
Kein (Schul-)Tag wie jeder andere: Nano-Experte Dr. Marco Kollecker erklärt den Schülerinnen und Schülern der Merziger Forscherschule die Funktion des Elektronenmikroskops.

Zunächst stand am Anfang die Herausforderung, wie man einer Grundschulklasse ein komplexes Forschungsfeld wie die Nanotechnologie auf leicht verständliche Art und Weise näher bringt. Für den Wissenschaftler Alexander Heusel, der im nanoTruck sonst Mittel- und Oberstufen-Schüler in die Welt der Nanotechnologie einführt, lag die Lösung auf der Hand: "Um zu erklären, wie klein ein Nanometer ist, haben wir mit den Forscherkindern eine 'Reise auf die 1-Cent-Münze' unternommen." Bei diesem Gedankenexperiment sollten sich die Schüler vorstellen, sie wären nur noch einen Nanometer groß. Würde man sie nun auf eine Cent-Münze heben, so würden ihnen die Prägungen darauf nicht mehr flach und unscheinbar vorkommen, sondern wie viele tausende Meter hohe Berge erscheinen. Ein Vergleich, der prima ankam, wie Heusels Kollege Marco Kollecker bemerkte: "Auf diese Weise haben die Schülerinnen und Schüler verstanden, dass die Nanotechnologie mit all ihren Besonderheiten und Eigenschaften auf sehr winzigen Teilchen und Strukturen beruht, die mit dem bloßen Auge schon nicht mehr zu erkennen sind." Für den Experten zudem ein Beleg dafür, dass naturwissenschaftliche Bildung auch schon in jungen Jahren Sinn macht.

Anschließend ging es für die Nachwuchsforscher mitten hinein in die Nano-Praxis. Bei kleinen Experimenten konnten sie an einem echten Lotusblatt den sogenannten Lotuseffekt selbst ausprobieren. Egal ob Wasser oder sogar Ketchup, nichts wollte an der Pflanze hängen bleiben. Für Staunen sorgte auch der "Magische Sand", der sogar eingetaucht in ein Wasserglas nicht nass werden wollte. Langeweile kam ebenso wenig in der Ausstellung des nanoTrucks auf, in der viele Exponate zum Ausprobieren und Mitmachen einluden.

Für eine Überraschung der besonderen Art sorgten dann die jungen Forscher selbst. Geprägt von den Eindrücken im nanoTruck hatten sie noch am gleichen Tag Bilder des Wissenschaftsmobils gemalt und dem nanoTruck-Team übergeben. Zu sehen sind die Bilder in der folgenden Fotogalerie: