Film ab in Lauf

„Film ab!“, lautete das Motto beim nanoTruck-Besuch Mitte März am Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium (CJT) in Lauf a.d. Pegnitz. Und zwar gleich in doppelter Hinsicht: Natürlich war das nanoKino im zweiten Stock des Trucks wie immer mit dabei, aber dieses Mal drehte das nanoTruck-Team selbst einen kleinen Videoclip.
Stefan Grabe, Biologie- und Chemie-Lehrer am CJT-Gymnasium stand dem nanoTruck-Team vor laufender Kamera Rede und Antwort.Stefan Grabe, Biologie- und Chemie-Lehrer am CJT-Gymnasium stand dem nanoTruck-Team vor laufender Kamera Rede und Antwort.

„Es war riesig spannend!“, berichteten die beiden Schüler Sina und Jakob am Ende ihres Besuchs. Kein Wunder, denn sie und ihre Mitschüler wurden während der Dreharbeiten für eine kleine Reportage über das Informations- und Veranstaltungsprogramm insbesondere für Schulklassen vom nanoTruck-Kamerateam interviewt. Für die meisten Jugendlichen und Lehrkräfte war es eine ganz neue Erfahrung zu sehen, wie ein Videoclip entsteht und dabei auch selbst mitzuwirken. Neben Meinungen und Einschätzungen von Schülern und Lehrern zum Zweck des nanoTrucks und zur Bedeutung der Nanotechnologie für den naturwissenschaftlichen Unterricht, standen auch die beiden nanoTruck-Wissenschaftler Julia Donauer und Alexander Heusel ihrem Interviewer Daniel Rede und Antwort. Dabei ging es im Wesentlichen um die inhaltlichen Themen der Initiative „nanoTruck“, daneben aber auch um die Frage, wie dem Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit in Bezug auf die möglichen Risiken der Nanotechnologie im Rahmen der Ausstellung Rechnung getragen wird. Alles in allem entstand daraus ein ebenso interessanter wie launiger Videoclip, der auf Facebook und auf YouTube zu sehen ist.

Der Bürgermeister und der Vorführeffekt

Doch nicht nur Schulklassen lockte der nanoTruck an. Schon im Vorfeld des nanoTruck-Stopps am CJT kündigten Benedikt Bisping, Erster Bürgermeister der Stadt Lauf, und Landrat Armin Kroder einen persönlichen Besuch im Wissenschaftstruck an. Beeindruckt von den Live-Demonstrationen wie dem Lotus-Effekt, wollte Benedikt Bisping selbst Hand an die Nanotechnologie legen. Doch leider perlte das Ketchup, das er auf das bereitgehaltene Lotusblatt tropfen ließ, anders als erwartet, nicht ab. „Typisch Vorführeffekt!“, kommentierte Bisping das Misslingen des Experiments. Wissenschaftler und Nano-Experte Alexander Heusel klärte auf: Weil der Bürgermeister die Oberfläche des Lotusblattes zuvor mit den Händen berührt hatte, gingen die winzigen stäbchenförmigen Nanostrukturen, die das Ketchup vom Blatt abperlen lassen, zu Bruch. Nanobeschichtete Oberflächen sind oft äußerst druckempfindlich. Weshalb zum Beispiel bei Badezimmerkeramiken auch der so genannte „Easy-to-clean“-Effekt bevorzugt eingesetzt wird, der dank einer nanoveredelten Oberfläche einen ähnlich verblüffenden Reinigungseffekt ermöglicht wie eine Nanobeschichtung.

Ein "Wandelndes Blatt" im Dienste der Wissenschaft

Einen besonders eifrigen Nachwuchswissenschaftler zog das Rasterelektronenmikroskop an Bord des nanoTrucks in seinen Bann. Gerade noch rechtzeitig vor Ausstellungsende, als die nanoTruck-Crew bereits beim Abbau der Ausstellung war, kam Konstantin in Begleitung seines Großvaters in den Truck, um eines seiner „Haustiere“ zu untersuchen: Ein so genanntes „Wandelndes Blatt“, ein Insekt, das durch seinen blattartigen Körperbau perfekt in seiner natürlichen Umgebung getarnt ist. Das tote Insekt trat als Untersuchungsobjekt unvorhergesehen in den „Dienst der Wissenschaft“. Nach einer kurzen Einführung in die Funktionsweise des High-Tech-Geräts ging es für Konstantin auch schon los und der junge Hobby-Forscher staunte nicht schlecht. So einfach hatte er sich die Bedienung nicht vorgestellt. Einfach ein paar Stellschrauben drehen und schon zauberte die Maschine das Untersuchungsobjekt in tausendfacher Vergrößerung auf den Bildschirm des Computers. Fasziniert von seinen neuen Eindrücken überließ Konstantin den beiden Wissenschaftlern sein Exponat für die Probensammlung des nanoTrucks, damit auch noch andere Entdecker dieses spannende Insekt mit dem Elektronenmikroskop untersuchen können. Im Gegenzug bekam er die Mikroskop-Aufnahmen als Andenken mit nach Hause. „Ein toller Abschluss für die zwei Tage hier in Lauf!“ resümierte Julia Donauer, die sich als Biologin ganz besonders über den neuen Untersuchungsgegenstand freute.

Tour-Endspurt vor den Osterferien

Gelegenheit, auch einmal selbst das Elektronenmikroskop auszuprobieren haben Besucher dann schon bei den nächsten Tour-Terminen des nanoTrucks kurz vor der zweiwöchigen Oster-Pause in München oder Soest. Weiter geht es dann allerdings wieder ohne Kamera-Begleitung.

  • Das nanoTruck-Team beim Interviewen und Filmen von Schülern des CJT-Gymnasiums.
  • Auch die  „Schülerpresse“  des Gymnasiums war vor Ort: Drei Reporter der Schülerradio befragen ihren Lehrer  zur Ausstellung im nanoTruck.
  • Bürgermeister Benedikt Bisping, Landrat Armin Kroder sowie Schulleiter Thomas Freimann verfolgen interessiert die anschauliche Einführung in den Nanokosmos durch Wissenschaftler Alexander Heusel.
  • Alexander Heusel  entführt die Besucher in die Welt des Nanokosmos…
  • …und demonstrierte den Gästen unter anderem  den berühmten Lotus-Effekt.
  • Durch das Experiment beeindruckt, untersucht Armin Kroder das Lotusblatt genau.
  • Bürgermeister Benedikt Bisping legte selbst Hand an…
  • …doch das Ketchup perlte seltsamerweise nicht ab. Typisch Vorführeffekt!?
  • Nano-Experte Alexander Heusel im Gespräch mit Armin Kroder (li.) und Benedikt Bisping (re.)über die Rolle der Nanotechnologie in Energie-Erzeugung und -Speicherung.
  • Bei der Positionierung des Exponats ist Vorsicht geboten: Alexander Heusel hilft dem jungen Nachwuchswissenschaftler Konstantin,  sein Exponat auf dem Objektträger des Rasterelektronenmikroskops zu positionieren.
  • Konzentriert bringt Konstantin anschließend sein „Wandelndes Blatt“  in dem Gerät an…
  • Gespannter Blick auf das Untersuchungsobjekt: Was wird der Bildschirm wohl in Kürze zeigen?
  • Beim Erkunden des nanoTrucks lohnt sich genaues Hinsehen…
  • …aber auch durch Drücken, Herumspielen, oder wie hier zu sehen, durch Drehen an einem Exponat, kann man die Nanowelt im Truck spielerisch selbst erkunden.
  • Durch Klicken der Nanotechnologie auf der Spur: Drei interessierte Ausstellungsbesucherinnen erkunden die Nanowelt mittels Touchscreen.
  • Das Bewegen eines Magneten führt zu einer spektakulären Form des Ferrofluides, was viele Besucher in seinen Bann zieht.
  • Zwei weitere begeisterte Schülerinnen beim Erkunden des Ferrofluid-Exponats.