Energie gewinnt! "Zukunftsrezepte" im nanoTruck

Was die Nanotechnologie zur Lösung dringlicher Zukunftsfragen beitragen kann, erfuhren interessierte Göttinger Mitte April bei der Veranstaltung "Bürger treffen Experten", die vom neuen nanoTruck begleitet wurde.
Im nanoTruck legen Schülerinnen und Schüler schon heute Hand an die Lösungen der Kerfragen von morgen.

Circa 45.000 kWh verbraucht ein Europäer im Durchschnitt jedes Jahr. Schätzungen der Internationalen Energiebehörde besagen, dass der Energieverbrauch pro Kopf jedes Jahr um circa zwei Prozent steigt. Das bedeutet, dass sich innerhalb von 30 Jahren der Energieverbrauch verdoppeln wird.

Mit fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Kohle lässt sich der Energiebedarf der Zukunft nicht mehr bestreiten. Erneuerbare  Energien wie zum Beispiel Sonnen – und Windkraft müssen effektiver nutzbar gemacht werden, um eine beständige und wachsende Nachfrage bedienen zu können. Doch wie lässt sich das in kürzester Zeit bewerkstelligen?

Die Zukunft beginnt jetzt

Im nanoTruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) führen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor, was die Nanotechnologie schon heute zur Lösung der Energiefrage beitragen kann. So zum Beispiel anlässlich der BMBF-Veranstaltungsreihe "Bürger treffen Experten", die in Göttingen am 14. April in Begleitung des neuen nanoTrucks zum ersten Mal in 2011 stattfand.  

Prominent platziert - vor dem Cinemaxx in der Göttinger Innenstadt- lud der nanoTruck Interessierte zu einem Besuch in die Welt der winzigsten Teilchen ein. Für Göttingens Schülerinnen und Schüler wie auch Studierende wurde ein spezielles Programm mit  Praxisteil ausgearbeitet. So konnten die jungen Besucherinnen und Besucher einen lebendigen Eindruck von der sonst so abstrakten Nanotechnologie gewinnen. Ein Highlight des Besuches war das Praktikum „Energie gewinnen mit Hilfe der Pflanzen “ im mobilen Labor des nanoTrucks.

Hier führten die mitreisenden Wissenschaftler live vor, wie man mit Hilfe einer nanokristallinen Farbstoff-Solarzelle, der sogenannten Grätzelzelle (nach ihrem Erfinder Professor Michael Grätzel), Energie gewinnen kann. „Einige Teilnehmer bedankten sich sogar per Mail und wollten noch mehr Informationen haben. Die Energiefrage beschäftigt eben auch junge Menschen“, berichtet Julia Donauer, wissenschaftliche Begleiterin im nanoTruck, erfreut.

Bürger treffen Experten

Der Beitrag der Nanotechnologie zur Lösung dringender Zukunftsfragen war auch Thema bei der abendlichen Informationsveranstaltung des BMBF „Bürger treffen Experten – Nano heute, morgen und übermorgen“ am 14. April im Cinemaxx. Nach Vorträgen von Expertinnen und Experten Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen hatten die Göttinger Gelegenheit, ihre Fragen und Anliegen direkt zu klären. „Die Leute waren sehr interessiert und aufgeschlossen“, berichtet die nanoTruck-Wissenschaftlerin von der Veranstaltung, wobei vor allem die jüngeren Gäste insbesondere von den interaktiven Angeboten im nanoTruck begeistert waren. „Besonders der Versuch mit der Grätzelzelle kommt immer sehr gut an. Hier können wir ganz konkret vorführen, warum die Nanotechnologie als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts gehandelt wird“, weiß Julia Donauer.

nanoTruck wieder unterwegs

Und weiter geht’s auf der Reise des nanoTrucks durch ganz Deutschland. Unter dem Motto „Treffpunkt Nanowelten“ bringt die mobile Ausstellungs- und Erlebniswelt  die Zukunft auf die Straße und vielleicht sogar in die eigene Stadt. Der nächste Stopp ist in Mülheim an der Ruhr. Wer Lust hat, einmal selbst die Welt der kleinsten Teilchen zu erleben, kann sich hier über die weiteren Treffpunkte informieren.

Fotos: Flad & Flad Communication GmbH

  • Treffpunkt Göttingen: Im Herzen der Stadt, vor dem Cinemaxx, lockte der nanoTruck Schülerinnen, Schüler und andere Interessierte in die Welt der kleinsten Teilchen.
  • Wie sehr die Nanotechnologie bei der Lösung der Kernprobleme des 21. Jahrhunderts helfen kann, erfahren die Schüler ganz praktisch beim Bau einer nanokristallinen Solarzelle.
  • Was gestern noch abstrakt war, ist jetzt ganz praktisch (be)greifbar.
  • "Hm, ob wohl alles stimmt?"
  • Licht ist Energie! Für diese beiden Göttinger Schüler ist das nun sonnenklar.
  • Wissenschaftlerin Julia Donauer (mittig, in schwarz) bespricht mit den "Nachwuchswissenschaftlern" die Ergebnisse in heiterer Runde.