Die andere Art zu Reisen: Auf Ostsee-Tour mit dem nanoTruck

Alle Jahre wieder zieht es Millionen Urlauber nach Mecklenburg-Vorpommern an die Ostsee-Küste. In diesem August war auch der nanoTruck mit von der Partie. Doch anstatt Sonne und Badespaß stand beim Treffpunkt Nanowelten in Zingst, Barth, Greifswald, Rostock, Laage und Stralsund eine Reise in die Welt der kleinsten Teilchen und Strukturen auf dem Programm. Für viele Besucher war das eine willkommene Abwechslung zur alltäglichen Strandidylle.
Schüler des Greifswalder Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums beim Experimentieren mit dem Rasterelektronenmikroskop an Bord des nanoTrucks.Schüler des Greifswalder Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums beim Experimentieren mit dem Rasterelektronenmikroskop an Bord des nanoTrucks.

„Was man nicht sehen kann, das kann man auch nur schwer verstehen“, berichtete Wissenschaftler Marco Kollecker einer Schulklasse des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums in Greifswald. Was zunächst wie eine Binsenweisheit klingt, hat im nanoTruck einen tieferen Sinn. Denn an Bord des doppelstöckigen Trucks befindet sich ein echtes Rasterelektronenmikroskop, mit dem die jungen Gäste an diesem Tag Unsichtbares wortwörtlich sichtbar machen konnten. Das traf auf große Begeisterung: So berichtete eine Schülerin, wie sich ihre Klasse schon lange bevor der nanoTruck nach Greifswald kam Gedanken darüber gemacht hatte, welche Proben man beim Elektronenmikroskop-Workshop im mobilen Nano-Labor des Bundesministeriums für Bildung und Forschung untersuchen wollte. „Gar nicht so einfach“ sei das gewesen, weil „jeder am liebsten etwas anderes mitbringen wollte“, ergänzt ein Mitschüler.

Genauso abwechslungsreich, wie die Ideen der Schulklasse des Jahn-Gymnasiums, waren auch die Standorte auf der Sommer-Tour des nanoTrucks. Während die mobile Ausstellungs- und Erlebniswelt in Greifswald auf dem alten Marktplatz Station machte, um die gesamte Öffentlichkeit anzusprechen, richtete sich das Programm in der Woche zuvor am Experimentarium in Zingst vornehmlich an die jüngeren Besucher. Und am Gymnasialen Schulzentrum in Barth stand vor allem die intensive Arbeit mit Lehrkräften und Oberstufenschülern auf dem Programm.

Abwechslungsreiche Tour: Für jeden etwas dabei

Ein Höhepunkt der Reise durch Mecklenburg-Vorpommern war schließlich der Besuch bei der Hanse Sail in Rostock, eine der größten maritimen Veranstaltungen im gesamten Ostseeraum. Zu einem festen Programmpunkt hat sich dort die Wissenschaftsschau „Science@Sail“ entwickelt, die den Besuchern ein breites Spektrum interessanter Forschungsfelder präsentiert. In diesem Rahmen bot der nanoTruck der Nanotechnologie eine attraktive Bühne, welche an zwei Tagen über 2.000 interessierte Besucher nutzten, um sich ein Bild von den Hintergründen und dem Stand der Nano-Technik zu machen.

Etwas ruhiger, aber nicht weniger spannend, ging es anschließend am RecknitzCampus zu. Die Schule hatte sich schon seit über einem Jahr um den Besuch des nanoTrucks bemüht, doch wegen der großen Nachfrage klappte es mit einem Tourstopp in Laage erst zu Beginn des neuen Schuljahres. Umso größer war die Freude bei den Lehrkräften und Schülern des RechnitzCampus. „Von wegen ‚Nano‘, das ist ja voll der Monster-Truck“, staunte ein Schüler beim Anblick des 37-Tonners, der einen Großteil des Schulhofs für sich vereinnahmte. Im Inneren stellte sich jedoch schnell heraus, dass es oftmals die kleinen Dinge sind, die eine große Wirkung entfalten können.

Einen gebührenden Abschluss fand die Ostsee-Tour am Tor zur Insel Rügen in Stralsund. Zwar wunderte sich manch alteingesessener Einwohner, dass man am Markttag neuerdings nicht nur die Fisch und Gemüseauslagen der Händler, sondern auch die neuesten Erkenntnisse aus der Nanotechnologie bestaunen kann. Doch schlug die anfängliche Skepsis schnell in Neugier um. So konnten sich die beiden Wissenschaftler Niklas Kotman und Alexander Heusel an beiden Veranstaltungstagen über viel Zuspruch und insgesamt mehr als 1.000 Gäste im Truck freuen.

  • Am Gymnasialen Schulzentrum in Barth durften auch die Lehrkräfte für zwei Stunden beim Lehrer-Workshop Hand anlegen.
  • Dr. Niklas Kotman (l.) zeigte, wie man das komplizierte Hightech-Gerät bedient.
  • Beim Lehrerworkshop drehte sich alles um die Frage, wie sich Inhalte der Nanotechnologie in den Lehrplan integrieren lassen.
  • Beim Blick auf den Monitor zeigen sich so manche Geheimnisse der Nanowelt...
  • ... offenbar mit erstaunlichen Ergebnissen.
  • In Greifswald ließ es sich Oberbürgermeister Dr. Arthur König, der einst selbst Physik studiert hat, nicht nehmen, die anwesenden Schülerinnen und Schüler zu begrüßen und sich in der Ausstellung des nanoTrucks umzusehen.
  • Vor dem Mikroskopieren muss die Probe exakt auf dem Probenhalter positioniert werden.
  • Auch im August zeigte sich das Wetter nicht immer von seiner besten Seite, wie hier auf dem Marktplatz in Greifswald. Die Stimmung im Truck und die Besucherzahlen erwiesen sich dafür umso besser.
  • Das Mikroskop sieht zwar kompliziert aus, doch Wissenschaftler Dr. Marco Kollecker (l.) zeigt, dass es sich ganz einfach bedienen lässt.
  • Kamera läuft: In Stralsund stand Niklas Kotman einem Team vom Fernsehen als Nanotechnologie-Experte Rede und Antwort.
  • Der nanoTruck sorgte für ein ungewohntes Bild am Neuen Markt in Stralsund.
  • Niklas Kotman demonstriert einigen Nachwuchswissenschaftlern eines der zahlreichen Exponate im nanoTruck.
  • Auch in Stralsund wurde fleißig Mikroskopiert.
  • Das sieht man ja schließlich nicht alle Tage: Das außergewöhnliche Laborgerät zog die Blicke der Schülerinnen und Schüler auf sich.