Der Nanoeffekt für alle!

Großer Bahnhof für Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und den nanoTruck zur Eröffnung der Hannover Messe: Mehr als fünfzig Schülerinnen und Schüler aus zwei Dortmunder Gymnasien, Messegäste und Medien warteten gespannt auf die Bundesministerin für Bildung und Forschung, die zum Auftakt der international größten Industriemesse zum gemeinsamen Ausflug in die Nanowelt geladen hatte.
Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka besuchte den nanoTruck auf der Hannover Messe 2013.Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka besuchte den nanoTruck auf der Hannover Messe 2013.

Wegen der vielen Kameras anfangs noch ein wenig zurückhaltend, löste die Bundesforschungsministerin mit den Worten „der nanoTruck tigert durch ganz Deutschland“ schnell die Spannung und erntete bei ihrem jungen Publikum einige Lacher. Sie erzählte den Leibniz-Gymnasiasten und Schülern der Martin-Luther-King-Gesamtschule interessante Details zur Bedeutung der Nanotechnologie für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland. Dort könnten die Bürgerinnen und Bürger dank hohen Wohlstands ein vergleichsweise gutes Leben führen. Um diesen Wohlstand zu erhalten, seien der Wille zu Innovationen und ein hoher Entwicklungsstandard außerordentlich wichtig. In Richtung „Schule“ ergänzte die Bundesforschungsministerin augenzwinkernd, dass deshalb vor allem junge Leute für MINT-Fächer begeistert werden müssten.

Wie lohnenswert es sein kann, sich für technische Innovationen im Bereich der Nanotechnologie zu interessieren, machte sie an zwei Beispielen deutlich: Schon heute seien in der deutschen Industrie mehr als 60.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von dieser Schlüsseltechnologie beeinflusst, Tendenz steigend. Und in Nanowelten zu forschen und zu entwickeln bedeute nicht nur, mehr über die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten zu lernen. Vielmehr habe „nano“ einen praktischen Nutzen mit großem Potenzial in nahezu allen wirtschaftlichen Anwendungsbereichen, so Frau Wanka, die dafür beispielhaft die Entwicklung neuer, wirkungsvollerer Krebstherapien, innovative Materialien für effiziente Energiespeicher und technische Lösungen für die Vermeidung von CO2-Emissionen nannte. „Deshalb ermutige ich euch, liebe Schülerinnen und Schüler, euch für „nano“ zu interessieren,“ leitete sie die nun folgende gemeinsame Entdeckungstour im nanoTruck ein, „denn in der Nanotechnologie kann man Problemlösungen für die großen Herausforderungen entwickeln, denen sich heute unsere Gesellschaft stellt.“

In der Ausstellungswelt im nanoTruck angekommen, verfolgten die Bundesforschungsministerin und ihre jungen Begleiterinnen und Begleiter dann höchst interessiert, wie nanoTruck-Wissenschaftler Niklas Kotman zum Bunsenbrenner griff. Er demonstrierte die erstaunlichen Eigenschaften des Nano-Materials „Aerogel“, das in der Exponatschau im nanoTruck auch den schönen Namen „Himmelsphänomen“ trägt. „Dabei handelt es sich um einen hervorragenden Dämmstoff für das Bauwesen, der Euch allen sehr gut bekannt ist“, baute der Nanotechnologe Spannung auf, „Luft nämlich!“. Doch das alleine erklärte noch nicht, wofür er das Standardwerkzeug aus dem Chemieunterricht bereithielt.

Also nahm Niklas Kotman ein Stück Dämmstoff in die Hand und hielt die Flamme direkt auf das nur 1,5 Zentimeter dünne Material, woraufhin sich die Augen seiner Gäste weiteten. „Keine Angst“, beruhigte er, „der Stoff ist aufgrund des eingearbeiteten Aerogels nahezu undurchlässig für Wärme und Schall. Das liegt an den nur wenige Nanometer großen Poren des Gels, in denen keine Luftzirkulation stattfindet.“ Und wo sich Luftmoleküle nicht bewegen können, „brennt auch nichts an“, scherzte er.

Eindrucksvoller hätte die Faszination der Nano-Forschung und -Praxis wohl nicht präsentiert werden können. Denn trotz großer Kamerascheu entschlossen sich zwei Schüler zum spontanen Kurzinterview über die Initiative „nanoTruck“ und die Nanotechnologie. Der sechzehnjährige Oguzhan Dernek von der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dortmund lieferte mit seinem Kommentar dann auch ein schönes Abschlussstatement zum gelungenen „Get together“ mit der Bundesforschungsministerin: „Das hier bereichert auf jeden Fall mein Allgemeinwissen und man kann Bereiche kennenlernen, in die man später einmal gehen kann.“

  • Schon heute seien in der deutschen Industrie mehr als 60.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von dieser Schlüsseltechnologie beeinflusst, so die Bundesforschungsministerin.
  • Frau Wanka ermutigte ihre jungen Zuhörerinnen und Zuhörer, sich mit der Nanotechnologie zu beschäftigen. Denn dort könne man Problemlösungen für die großen Herausforderungen entwickeln, denen sich heute unsere Gesellschaft stellen muss, so die Ministerin.
  • Über das große Interesse am nanoTruck zeigte sich die Bundesforschungsministerin sehr erfreut: Über 50 Schülerinnen und Schüler waren bei ihrem Besuch dabei.
  • Im Truck sorgte das Aerogel für Staunen. Das Nanomaterial zählt zu den leichtesten Feststoffen der Welt, da es zu 98% aus Luft besteht.
  • Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern verfolgte Frau Wanka aufmerksam den Vortrag des nanoTruck-Wissenschaftlers Niklas Kotman.
  • Rede und Antwort standen den Reportern auch die Schülerinnen und Schüler selbst, die sich ihrerseits beeindruckt zeigten von den großen Möglichkeiten der winzig kleinen Nanowelten.
  • Während der fünf Messetage in Hannover besuchten täglich Schulklassen den nanoTruck, die von den projektbegleitenden Wissenschaftlern - wie in diesem Fall Marco Kollecker - empfangen wurden.
  • Besonders die vielen interaktiven Ausstellungsstücke sorgten im nanoTruck für neugierige Besucher.
  • Vor Halle 2 des Hannoveraner Messegeländes erwies sich der nanoTruck als echter Blickfänger.
  • Ideen für alle Lebensbereiche: Die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten der Nanotechnologie sorgte für Staunen.
  • Anfassen ausdrücklich erlaubt: Viele Exponate luden zum Ausprobieren ein.