Alles nano? – Auch ohne Truck!

Seit 2004 tourt die Initiative nanoTruck nun schon mit unterschiedlichen Ausstellungs-Trucks nahezu ausfallfrei durch die gesamte Bundesrepublik. Das aktuelle Fahrzeug ist dabei seit 2008 unterwegs und hat inzwischen rund 140.000 Kilometer auf Deutschlands Straßen zurückgelegt. Dass aber auch der zuverlässigste Truck nach einer so langen störungsfreien Zeit einmal in die Knie gehen kann und zur Reparatur in die Werkstatt muss, zeigte sich kurz vor der Weihnachtspause. So reisten die projektbegleitenden Wissenschaftler Dr. Julia Donauer und Alexander Heusel zu den letzten beiden Terminen des Jahres im saarländischen Nohfelden und Illingen kurzerhand ohne Truck. Dass es dank der Flexibilität der Veranstaltungsformate möglich war, das geplante Programm auch in den Räumen der Schule durchzuführen, sorgte für Freude und Erleichterung bei Lehrern und Schülern.
nanoTruck einmal anders: Das Programm, wie hier der Grätzelzellen-Workshop, lässt sich alternativ auch außerhalb des Trucks durchführen.nanoTruck einmal anders: Das Programm, wie hier der Grätzelzellen-Workshop an der Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle, lässt sich alternativ auch außerhalb des Trucks durchführen.

„Natürlich waren auch ein paar lange Gesichter zu sehen, als wir ohne Truck an die Schule kamen“, berichtete Heusel über die Enttäuschung sowohl auf Seiten der Schüler als auch bei den beteiligten Lehrern. Immerhin war der Besuch des imposanten Gefährts bereits lange vorher angekündigt worden. Andererseits zeigte man sich aber auch sehr erleichtert darüber, dass dennoch das geplante Vortrags- und Workshop-Programm – wenn auch nur im Trockentraining – angeboten werden konnte und deshalb nicht alle Planungen umsonst waren. Das merkten auch die begleitenden Wissenschaftler: „Wir sind hier mit offenen Armen empfangen worden“, so Heusel, der es als ehemaliger Lehrer vor allem zu schätzen wusste, dass trotz permanenter Raumnot an vielen Schulen einer der Chemie-Fachräume für die volle Veranstaltungsdauer reserviert wurde und somit allein dem nanoTruck-Team zur Verfügung stand.

Vorweihnachtliche Stimmung und große Lust auf Wissenschaft

Auch Julia Donauer zeigte sich begeistert, einerseits von der vorweihnachtlichen Stimmung, welche das Lehrerkollegium mit selbstgebackenen Plätzchen und frischem Kaffee verbreitete, und andererseits von der großen Neugierde der Schülerinnen und Schüler: „Uns hilft es natürlich sehr, wenn wir auf so gut vorbereitete und engagierte Teilnehmer treffen, die zudem auch schon einiges an Vorwissen mitbringen. Eine lebendige Diskussion kommt somit viel einfacher zustande.“ Zudem zeigte sich, dass eine neue Umgebung auch ganz neue Perspektiven eröffnen kann. Weil das Wetter in Illingen an diesem Tag so regnerisch grau und dunkel war, kam eine Schülerin auf die Idee, die gerade selbst gebauten Grätzelzellen anstatt wie sonst draußen, dieses Mal auf einem Overhead-Projektor zu testen – mit einem überraschenden Ergebnis, wie Julia Donauer begeistert feststellte: „Das Licht des Projektors war so intensiv, dass die Solarzellen sogar eine höhere Spannung liefern konnten als unter prallem Sonnenlicht, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet.“ Obwohl zwar fast das gesamte Programmangebot durchgeführt werden konnte, werden beide Termine im neuen Jahr nachgeholt, und der Truck ist dann ganz sicher auch mit dabei.

Weiter geht’s im nächsten Jahr

Der nanoTruck macht nun Weihnachtspause, um dann am 15. Januar mit einem Stopp auf der Berufsorientierungsmesse „Chance“ in Gießen die neue Tour 2012 zu starten. Mit einem spannenden, neuen Veranstaltungsformat, speziell für Schülerinnen und Schüler, dem Medienworkshop „Ich sprech‘ dann mal nano“, haben Jugendliche die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Medienbranche zu blicken und als Wissenschaftsreporter einen eigenen Fernsehbeitrag zu gestalten. Mehr dazu im nächsten Tour-Bericht.

  • Für die Schülerinnen und Schüler gab es neue Experimente in gewohnter Umgebung.
  • Team-Arbeit ist gefragt.
  • Auch in Illingen fand das nanoTruck-Programm im Chemie-Hörsaal statt.
  • Stärker als Sonnenlicht: Die Grätzelzellen erbrachten direkt auf dem Overhead-Projektor eine Spannung von über 3 Volt.
  • Spaß hat es den Nachwuchsforschern auch ohne Truck gemacht, trotzdem gibt es 2012 einen Nachholtermin. Dann wird ganz sicher auch der nanoTruck mit dabei sein.