Kein Tag wie jeder andere - Die Berufs- und Bildungsmesse Chance 2010 in Gießen

Im Rahmen der Berufs- und Bildungsmesse Chance 2010 in Gießen ging im nanoTruck am 6. März eine Berufsinformationsrunde der besonderen Art über die Bühne: Eine Schülerin der Liebigschule und ein echter Nano-Forscher präsentierten zwei außergewöhnliche Entdeckungen aus der Nano-Medizin. Nicht nur 15 "Biologinnen und Biologen" aus vier Leistungskursen der Liebigschule waren "Nano und Flamme" - auch zwei prominente Gäste aus der Bundes- und Stadtpolitik zeigten sich begeistert.
Der nanoTruck vor den Toren der Berufs- und Bildungsmesse Chance 2010 in Gießen - Schnee gab es an diesem ersten März-Wochenende mehr als genug ... nicht zur Freude aller.

Es war kein Tag wie jeder andere. Der Wettergott hatte sehr gute Laune an diesem März-Samstag und schmiss Schneemassen vom Himmel, dass es für ihn die reinste Freude war. Für Nano-Forscher Nobert Hampp sah die Sache ganz anders aus. Der Marburger Professor war am 6. März unterwegs nach Gießen zur Berufs- und Bildungsmesse Chance 2010. Dort sollte er bei einem Treffen mit Schülerinnen und Schülern der Liebigschule im nanoTruck eine ganz besondere Erfindung vorstellen: Seine Spezial-Linse mit Wirkstoffdepot zur Behandlung der Augenkrankheit „Grauer Star“. Doch Schneeverwehungen und geschlossene Schneedecken auf den Straßen drohten den Besuch des Chefs der Physikalischen Chemie der Philipps-Universität zu verhindern. Und auf diesen Besuch hatten sich nicht nur die Liebig-Gymnasiasten aus vier Bio-Leistungskursen gefreut. Auch ein ehemaliger „Mitschüler“ und die Gießener Oberbürgermeisterin waren sehr gespannt, was es mit Hampps „Intraokularlinse“, fester Bestandteil der interaktiven Exponatschau im nanoTruck, auf sich hat.


Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, und Dietlind Grabe-Bolz waren mit den Veranstaltern der Chance 2010, Beate und Roland Zwerenz, zu einer Berufsinformation der etwas anderen Art in den nanoTruck gekommen. Sie wollten miterleben, wie Sandra Handrick, Schülerin an der Liebigschule, und ihr erfahrener Co-Präsentator aus Marburg mit der Demonstration zweier faszinierender Entwicklungen in der medizinischen Nanotechnologie Jugendliche für eine MINT-Karriere zu begeistern versuchen. Sandra Handrick hatte sich dafür unter der fachlichen Obhut der beiden nanoTruck-Wissenschaftler Marco Kollecker und Ralf Frese perfekt vorbereitet. Mit ihrer Demonstration einer der wohl eindrucksvollsten neuen Behandlungsmethoden bestimmter Arten von Tumorerkrankungen, der etwas kompliziert klingenden Magnetfeld-Hyperthermietherapie mit Hilfe speziell beschichteter Nanoteilchen, hatte sie gerade abgeschlossen, als Prof. Hampp zur Freude aller Anwesenden den „mobilen Nanokosmos“ betrat. Und direkt einsteigen konnte in seine Präsentation der geheimnisvollen Intraokularlinse.


„Warum machen wir das hier?,“ hatte Helge Braun eingangs die rhetorische Frage nach Sinn und Zweck der bundesweiten Dialoginitiative zur Nanotechnologie seines Ministeriums gestellt. „Wir müssen junge Menschen sehr gut ausbilden,“ sagte er in Hinblick auf die Notwendigkeit, innovative Produkte für den Weltmarkt zu entwickeln, um damit auch einen Beitrag zu leisten zur Wohlstandssicherung in Deutschland, „(…) und wir müssen deshalb insbesondere junge Frauen noch stärker für die Berufsfelder interessieren, die mit Mathematik, Technik, Naturwissenschaften und Informatik zu tun haben. Darum machen wir das hier.“ Auch Dietlind Grabe-Bolz hatte in ihrem „Welcome“ den Blick auf die anwesenden Jugendlichen, den potenziellen wissenschaftlichen Nachwuchs, geheftet: „Es gibt hier (Anm.: in Gießen) viele Anknüpfungspunkte für Wirtschaft und Wissenschaft, nicht zuletzt was die kleinsten Teilchen angeht. Sie bergen so viele Möglichkeiten in sich, die es zu entwickeln gilt. Und vielleicht sind ja Sie die Zukünftigen, die sich auf den Weg machen, hier etwas zu gestalten.“


Sandra Handricks Vorstellung der Magnetfeld-Hyperthermie war lebendige Antwort auf Helge Brauns rhetorische Sinn- und Zweck-Frage in Richtung nanoTruck und auf Dietlind Grabe-Bolz' Hoffnung auf viel Forschungs- und Entwicklungsdrang bei der jungen Generation - nicht zuletzt nach nanotechnologischer Gestaltung.

  • Beste Laune nach zwei perfekten Präsentationen: Sandra Handrick (2.v.r.) und Prof. Dr. Nobert Hampp (1.v.r.) umringt von Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, Roland und Beate Zwerenz, GFs der Messe Gießen, und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (v.r.).
  • (im Vordergrund, v.r.) Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, und Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen, im Gespräch mit Dr. Marco Kollecker, projektbegleitender Wissenschaftler im nanoTruck.
  • Sandra Handrick, Liebigschule Gießen, und Prof. Dr. Nobert Hampp, Leiter Fachgebiet Physikalische Chemie der Philipps-Universität Marburg, freuen sich zusammen mit Dr. Helge Braun, Roland und Beate Zwerenz (Geschäftsführer der Messe Gießen) und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (v.r.n.l.) über ihre gelungenen Präsentationen zweier außergewöhnlicher nanotechnologischer Entwicklungen im Bereich der Medizin.
  • Prof. Hampp inmitten einer illustren Gruppe "Biologinnen und Biologen" aus vier Leistungskursen der Liebigschule.
  • Auf Wiedersehen in Gießen!