Eine faszinierende Auswahl der besten Fotos aus Runde 5 des Wettbewerbs "nano+art" gehen mit dem nanoTruck on tour

Silizium-Aufgang über Bismuth-Canyon": Foto: Simone Möllenbeck, Universität Duisburg-Essen, SFB 616, Fachbereich Physik, AG Prof. Horn-von-Hoegen. Bildbeschreibung: Der Canyon ist eine 3D-Darstellung eines AFM-Bildes eines epitaktisch gewachsenen 10nm hohen Bismuth Filmes auf einem Siliziumsubstrat. Der gezeigte Bildausschnitt entspricht 1µmx1µm. Die unterschiedlichen erkennbaren Lagen sind jeweils eine atomare Lage, ca. einen halben Nanometer, hoch. Die „Sonne“ ist ein LEED-Beugungsbild des verwendeten Silizium-Substrats. Es wurden Beugungsbilder mit unterschiedlichen Energien überlagert, wodurch der Strahlen-Effekt entsteht. Bei dem Himmel handelt es sich um ein RHEED-Beugungsbild des Siliziumsubstrats.

Eine Auswahl neuer Fotos aus der 5. Runde des Wettbewerbs "nano+art" der Initiative nano4women wird ab sofort zusammen mit den TopTen-Bildern aus Runde 4 gezeigt. Themen des jüngsten Wettbewerbs waren "Tag" und "Nacht". Erneut standen die künstlerische Qualität der Arbeiten, eine eigenständige Bildsprache, Originalität und die Kreativität in der medienspezifischen Umsetzung des gewählten Themas im Vordergrund des Juryinteresses. Gewonnen hat den Wettbewerb 2009/2010 Anna Reckmann mit ihrer Arbeit "Angler im Mondlicht" vom Physikalischen Institut der Uni Köln, die schon einmal bei nano+art den 1. Platz belegte - damals mit ihrer Arbeit "Suchbild" (siehe Tour-Bericht "nano+art, Jan 2009"). Die Gewinnerinnen der Plätze 2 und 3 sind in diesem Jahr Maryam Hadji Abouzar mit dem Bild "Ein Leuchten in der Dunkelheit" und Aruna Ivaturi mit ihrem Foto "Nano-Gras-Feld".

  • „Morgentau auf dem See":  Foto: Kaja Deing, Universität Köln, Physikalische Chemie, AK Prof. Meerholz. Bildbeschreibung: Dieses Bild  zeigt die filigranen Kristalle, die sich nach einer langen kalten Nacht auf einem See abgeschieden haben. In Wirklichkeit handelt es sich um ein kristallisiertes Steroidderivat, welches auf einer Oberfläche abgeschieden wurde.
  • "Le soleil a rendez-vous avec la lune": Foto: Valérie Panneels, Universität Heidelberg, Biochemie-Zentrum. Bildbeschreibung: Die fluoreszierende Oberfläche von einem Auge einer transgenen Fruchtfliege, die die Sonne darstellt, analysiert mit einem Wasser-Immersion Mikroscop. Die Facetten aus denen die fluoreszenten Lichtsinneszellen (Photorezeptorzellen) ausstrahlen, die die letzten Strahlen von Tag und vielleicht auch Kometen und Sternschnuppen darstellen. Die Lichtsinneszellen wurden photographiert mit Hilfe eines konfokalen Laser-Scanning Mikroskopes. - Rechts unten sind gelb fluorezierende Vesikeln (Membranbläschen) von explodierten Augenzellen, die den Himmel am Anfang der Nacht darstellen.
  • „One day at the joan miro nano-museum“:Foto: Amelia Barreiro, TU Delft, Applied Physics (QT). Bildbeschreibung: "Die 'Scanning electron Microscope' (SEM) Aufnahme für das Bild ist per Zufall entstanden, als ich einen Chip mit kontaktiertem Graphen untersuchen wollte. Als ich auf dem Chip gescannt habe, sah ich an den Rändern des Substrates Kratzer, die bei den diversen Nanofabrikationschritten durch die Manipulation mit Pinzetten entstanden sind. Diese kräftigen Kratzer haben den Charakter der Pinselstriche vieler moderner Kunstwerke, insbesondere hat mich die Aufnahme an Joan Miro erinnert."
  • "Reiter im Abendrot": Foto: Jenna Wies, Universität Köln, Physikalische Chemie, AK Prof. Meerholz. Bildbeschreibung: Dieses Motiv zeigt zwei Fabelwesen im Abendrot. Der fliegende Drache (rechts) verfolgt den durchs Unterholz galoppierenden Reiter (links). Von hinten bricht die Nacht über die beiden herein. Auch diese Aufnahme von Jenna Wies wurde mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskopes gemacht und zeigt Steroidkristalle, die direkt auf dem jeweiligen Substrat gewachsen sind.
  • "Nano-Galaxie“: Foto: Julia Lambrecht, Universität Kassel, FB 18 Naturwissenschaften. Bildbeschreibung: Das Bild zeigt eine fluoreszenzmikroskopische Aufnahme von selbstassemblierten Strukturen aus organischen Funktionsmaterialien. Die sichtbaren sternförmigen Aggregate sind ein Zufallsprodukt bei der eigentlich angestrebten Herstellung von eindimensionalen drahtartigen Strukturen aus Lösung. Die Strukturbildung fand in diesem Fall direkt auf einem Kunststoffsubstrat statt.
  • "Leuchten in der Dunkelheit": Foto: Maryam Hadji-Abouzar (2. Platz), FH Aachen/Institut für Nano- und Biotechnologien. Bildbeschreibung: Das Foto entstand aus einer fluoreszenzmikroskopische Aufnahme von etwa 6 nm großen DNA-Strängen, die mit Cy3 markiert und auf eine silanisierte SiO2 Oberfläche aufgebracht wurden. Auf Grund der Zusammensetzung der DNA-haltigen Pufferlösung, ist die Immobilisierung nicht homogen. „Leuchten in der Dunkelheit“ stellt einerseits ein strahlendes Sternbild in der Nacht dar und bezieht sich andererseits auf Markermoleküle, die uns mit Ihrer Signatur helfen, die Orientierung und eine erfolgreiche Immobilisierung der kleinen Biomoleküle zu bestimmen.
  • "Angler im Mondlicht": Foto: Anna Reckmann, Doktorandin am Institut für Physikalische Chemie, Universität zu Köln, Preisträgerin nano+art 2008 und 2010 (1. Platz). Bildbeschreibung: Das Bild ist eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines organischen Feldeffekttransistors, auf welchem Polymerfasern abgeschieden wurden. Es wurde als Darstellung zweier „Angler im Mondlicht“ interpretiert und kann somit der Kategorie Nacht zugeordnet werden.
  • „Starry Night “: Foto: Kathrin Schultheiß, Universität Karlsruhe (TH), Laboratorium für Elektronenmikroskopie Bildbeschreibung: Das Bild Starry Night ist inspiriert von van Goghs „The Starry Night“. Zu sehen ist der Nachthimmel mit Sternen und Mond. Das originale Bild ist eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, die mit 10.000-facher Vergrößerung die Oberfläche eines Goldfilms zeigt. Dieser ist durch Spritzer beim Abscheidungsverfahren mittels Elektronenstrahlverdampfer von Kugeln – oder durch ein anderes Auge betrachtet: Sternen – übersät. Der Mond ist im Durchmesser etwas größer als 1 µm, die kleineren Sterne ca. 40-50 nm.
  • „Nano-Gras-Feld“: Foto: Dr. Aruna Ivaturi, Research Associate at Nanoscience Centre, University of Cambridge (3. Platz). Bildbeschreibung: This is a cross-sectional scanning electron microcopy image depicting ‘nano-grass field’ of zinc oxide nanorods (60 nm average diameter and 1μm average length) grown via hydrothermal route using Zn seed layers. In contrast to the picture which shows the‘nano-grass field’ in bright moonlight, the highly oriented crystalline zinc oxide nanorods are grown via this low temperature method to be used in sunlight as semiconductor electrode material for dye-sensitized and polymer hybrid solar cells that are emerging as future generation cost-effective solar cells. The ‘tree’ in the ‘grass field’ is formed of the nanorod bunches scratched from the substrate surface for transmission electron microscopy measurements.