Bonjour la France!

Einen besonderen Tourstopp legte der nanoTruck zum Finale seiner diesjährigen Deutschland-Tournee ein: Zum mittlerweile 12. Deutsch-Französischen Forum (DFF) holten ihn das Internationale Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und die Veranstalter des DFF nach Straßburg. Als imposante Außenstation der bei Jugendlichen und Arbeitgebern gleichermaßen beliebten Hochschul-Studienmesse hieß das Nano-Mobil die Besucher vor den Toren des Palais des Congrès Ende November herzlich willkommen.
Der nanoTruck reiste erstmals nach Frankreich: Anlässlich des 12. Deutsch-Französischen Fourms in Straßburg öffnete der nanoTruck vor dem Palais des Congrès seine Pforten.

Über 800 „Reisende durch den Nanokosmos“ – darunter elf Schülerinnen und Schüler des Lycée polyvalent Jean-Baptiste Schwilgué aus Sélestat, die Europaabgeordnete und Vizepräsidentin der Communauté Urbaine de Strasbourg, CUS, Catherine Trautmann, der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Straßburg, Heinz-Peter Seidel, und der Präsident des DFF, Otto Theodor Iancu – gaben sich ein Stelldichein zu Ausstellungsführungen, Live-Präsentationen angewandter Nanotechnologie und lebhaften Diskussionen mit den beiden projektbegleitenden Wissenschaftlern Katharina Müller und Markus Döring. Besonders angeregt unterhielten sich die beiden Nano-Experten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Schülerworkshop «Economie d’énergie grâce aux plantes» („Energiesparen mit Hilfe der Pflanzen“), mit denen sie am ersten Messetag zur nanotechnischen Stromerzeugung experimentierten.

Die frisch gebackenen Laboranten aus Sélestat brachten aus zwei Jahren Physik- und Chemieunterricht „en allemand“ einige Kenntnisse der deutschen Sprache mit, was den Austausch mit den Wissenschaftlern besonders lebhaft gestaltete. Steven Schmidt und Martin Clément erreichten mit ihrer Grätzelzelle, die sie an diesem Workshop-Tag unter Anleitung der nanoTruck-Wissenschaftler bauten, mit gut 450 Millivolt die höchste Spannung. Steven, der Ingenieur werden möchte, und Martin, der ein Studium der Wirtschaftswissenschaften anstrebt, waren beeindruckt von den Entwicklungs- und von den Job-Perspektiven in der Nanotechnologie. Ihre Mitschülerin Lucille Bastien, die Augenärztin werden will, interessierte sich besonders für die medizinischen Anwendungen in der Nanotechnologie. „Toningenieurin“ nannte hingegen Amélie Weibel ihren Traumberuf – ihr Fazit nach dem Besuch im nanoTruck fiel trotzdem positiv aus: „Ich gehe heute ein wenig klüger zu Bett als ich aufgestanden bin.“

Am Abend änderte sich die Gästestruktur im nanoTruck dann schlagartig: Zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Bildungs- und Europapolitik hatten auf Einladung des DFF ihren Besuch in der mobilen Exponatschau angesagt. Dabei stellte sich heraus, dass die Nanotechnologie für einige die anwesenden Politiker und Bildungsexperten längst keine Unbekannte mehr ist. Beispielsweise für den deutschen Generalkonsul in Straßburg, Heinz-Peter Seidel, der dem Wissenschaftler Markus Döring verriet, dass er wegen der Promotion seines Sohnes auf dem Gebiet der Nanophotonik schon sehr früh mit der Nano-Thematik vertraut wurde. Die Europaabgeordnete Cathrine Trautmann lobte die BMBF-Initiative nanoTruck bei der anschließenden offiziellen Eröffnung des DFF im „Conseil Régional d’Alsace“ mit den Worten, dass sich mit Blick auf die derzeitige Diskussion über die Nanotechnologie in Frankreich zeige, wie wichtig solche Projekte wie der nanoTruck seien, um zu einer konstruktiven öffentlichen Debatte über diese Technologie zu gelangen.

„Unsere Töchter interessieren sich eigentlich nur mäßig für Naturwissenschaften – aber die anschauliche und umfassende Darstellung der Nanotechnologie hier im nanoTruck zieht sie nun schon über eine Stunde in ihren Bann.“ Das war das übereinstimmende Urteil von Rüdeger Albat und Thierry Reygal aus Fontainebleau beim „Tag der offenen Tür im nanoTruck“ am zweiten Messetag. Die beiden Schülerinnen am dortigen Lycée François Premier, Louise Albat und Sophie Regal, bestätigten die Beobachtung der beiden Familienväter: „Nachdem wir einen Vortrag über Nanotechnologie am Karlsruher Institut für Technologie gehört hatten, wollten wir einfach mehr über dieses Fachgebiet wissen – die Darstellung der verschiedensten Anwendungsgebiete der Nanotechnologie und die vielen interaktiven Ausstellungsstücke im nanoTruck kommen uns dafür genau recht!“ Gemeinsam mit Louise und Sophie erkundete Elena Leuschner, die das Goethe-Gymnasium in Regensburg besucht, die Welt der Nanotechnologie – im Übrigen ein Beispiel von vielen für den intensiven deutsch-französischen Austausch in Straßburg. „Chemie finde ich sehr spannend,“ so Elena, „aber ich habe gehört, dass man im Studium einiges an Mathe bewältigen muss, und das ist leider nicht gerade mein Lieblingsfach.“ Doch hier konnten sie Rüdeger Albat, Ingenieur bei der ESA, und Wissenschaftlerin Katharina Müller, selbst Chemikerin, beruhigen: „Ja, Mathe kann hart sein – aber wenn man sein Ziel im Auge behält und mit Hartnäckigkeit verfolgt, so lässt sich auch diese Hürde überwinden.“

Nach zwei erfolgreichen Einsatztagen in Straßburg reiste die Nano-Crew Anfang Dezember weiter nach Kassel. Dort war sie vom SchülerForschungsZentrums Nordhessen der Universität Kassel an der Albert-Schweitzer-Schule, dem PhysikClub, und vom Technikmuseum Kassel (TMK) zu einem ereignisreichen Tour-Schluss 2010 eingeladen (zur Veranstaltungsnachlese des Clubs geht es hier entlang ->->). Mit rund 117.000 Besucherinnen und Besuchern – einem Plus gegenüber 2009 von stolzen 9,7 Prozent – an 96 Standorten war dies die erfolgreichste „Reise durch den Nanokosmos“ seit Beginn der BMBF-Initiative nanoTruck – Hightech aus dem Nanokosmos vor drei Jahren.

  • Über 800 Besucher: Auf Einladung der Veranstalter der Hochschulstudienmesse kamen zahlreiche neugierige Jugendliche zur Begegnung mit der Nanotechnologie in den nanoTruck.
  • Live-Präsentationen und ...
  • ... persönliche Begegnungen mit einer der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.
  • Nano einmal praktisch:  Elf Schülerinnen und Schüler des Lycée polyvalent Jean-Baptiste Schwilgué aus Sélestat traten zum nanotechnischen Workshop an.
  • Hoher Besuch: Europa- und BildungspolitikerInnen ließen sich von Dr. Markus Döring in die Geheimnisse des Nanokosmos einführen.
  • Zum Abschluss der Präsentationen im nanoTruck gab es viel Lob für die Dialoginitiative zur Nanotechnologie des deutschen Bildungs- und Forschungsministeriums. Im Bild (v.l.n.r.): Pascal Mangin, Abgeordneter des elsässischen Regionalrats, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten, Michael Ohnmacht, Berater für deutsch-französische Beziehungen und stellvertretender Generalsekretär für deutsch-französische Zusammenarbeit im französischen Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten, Prof. Dr. Alain Beretz, Präsident der Universität Strasbourg, Catherine Trautmann, Europäische Abgeordnete und Vizepräsidentin der Communauté Urbaine de Strasbourg, Prof. Dr. Otto Theodor Iancu (rechts neben Frau Trautmann), Präsident des Deutsch-Französischen Forums (DFF) und Vizepräsident der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) sowie Prof. Dr. Claire Lovisi, Rektorin der Akademie von Nizza.