Am "Nabel der Technik-Welt" - Der nanoTruck auf der Hannover Messe 2010

„Effizienter, Innovativer, Nachhaltiger" lautete das Motto der diesjährigen Hannover Messe vom 19. bis 23. April, da durfte der nanoTruck nicht fehlen. Denn das Konzept der Technologieschau mit ihren neun Leitmessen zu zentralen Zukunftsthemen wie Energie- und Ressourceneffizienz oder Elektromobilität harmonierte perfekt mit den Angeboten der BMBF-Dialoginitiative zur Nanotechnologie. Im Rahmen der Leitmesse „MicroNanoTec“ steuerte der nanoTruck griffige Beispiele aus den unterschiedlichsten Einsatzgebieten der Nanotechnik bei und bot einem jungen Forscher die passende Bühne ...
Auf insgesamt 90 Quadratmetern präsentierte sich die mobile Dialoginitiative zur Nanotechnologie des BMBF in Halle 6 auf der diesjährigen Hannover Messe.

An jedem der fünf Messetage stand im nanoTruck ein anderes Anwendungsfeld im Rampenlicht: Die Fahrzeugtechnik ebenso wie Produktinnovationen im Sport- und Freizeitbereich, ressourcensparende Energiegewinnung, nanotechnische Verfahren im Umweltschutz und beeindruckende Fortschritte in der Nano-Medizin. Die beiden Wissenschaftler Katharina Müller und Ralf Frese demonstrierten ihren insgesamt 12.000 Gästen die enorme Bandbreite nanotechnischer Forschung und Anwendung und stiegen danach in individuelle Gespräche und Diskussionen mit ihrem Publikum ein. Besonders fasziniert zeigten sich die Besucher von bahnbrechenden Entwicklungen auf dem Gebiet der modernen Medizin, insbesondere bei der Behandlung des Grauen Stars oder von Hirntumoren.


Nano-Wissenschaft zum Anfassen gab es auch beim Vortrag von Leo Probst aus Bad Kötzting, der seine eigene Erfindung, einen Akku-Chip, vorstellte. Der Siebzehnjährige hatte mit dieser Innovation im vergangenen Jahr beim bundesweiten Schülerwettbewerb „Invent a chip“ von BMBF und VDE den dritten Platz belegt. Er berichtete von seiner spannenden Arbeit als Nachwuchs-Tüftler und über den Weg von der Idee bis hin zum fertigen Produkt. Sein spezieller Chip auf Siliziumbasis sei notwendig, um die unterschiedlichen Ladungszustände einzelner Zellen eines großformatigen Akkus auszugleichen und so den gesamten Akku vor Überhitzung und Kurzschluss zu schützen. Akkus in diesem Format werden zum Beispiel in Elektroautos eingebaut und sind sehr teuer. Daher sei dieses Lademanagement unverzichtbar. Durch den glücklichen Umstand, dass seiner Chipentwicklung im Rahmen von „Invent a chip“ eine eigene Exponatstation im nanoTruck gewidmet ist, konnte der Nachwuchswissenschaftler seinem Publikum besonders plastisch erläutern, wie sein sogenannter „Li-Equalizer“ genau funktioniert. Mit Erfolg. Allen voran seine jugendlichen Zuhörer erkundigten sich eifrig nach den Teilnahmebedingungen am Schüler-Wettbewerb „Invent a chip“, dem Leo Probst „unglaubliche Praxisnähe“ attestierte. Nach dieser Erfahrung sei er sich absolut sicher gewesen: „Ich will auf jeden Fall etwas mit Naturwissenschaft und Technik studieren“!


Wie wichtig es ist, jungen Menschen nach dem “Learning-by-doing-Prinzip“ Berufsperspektiven auch in der Nanotechnologie aufzuzeigen, das erfuhr der Fraktionsvorsitzende der FDP in Niedersachsen, Christian Dürr, am vierten Messetag, als er dem nanoTruck einen ausgedehnten Besuch abstattete. Fachkundig betreut  von Wissenschaftlerin Katharina Müller konnte sich der FDP-Politiker ein lebendiges Bild davon machen, wie Jugendliche auf diese Querschnittstechnologie reagieren. Denn im Rahmen der BMBF-Nachwuchsinitiative „TectoYou“ wurden mehrere tausend Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet über die Hannover Messe geführt, um sich über die Chancen in einem technischen Beruf zu informieren und mit Experten sprechen zu können. So auch im nanoTruck. Dieser sei aber nicht nur für junge Menschen eine tolle Plattform, so Christian Dürr. „Ich beispielsweise wusste vor meinem Besuch im nanoTruck noch nicht allzu viel über die Nanotechnologie. Das ist jetzt anders. An den Infoterminals und mit den Exponaten wird einem diese Technologie bestens erklärt“, resümierte der Politiker am Ende seiner Stipp-Visite.

  • Katharina Müller, Wissenschaftlerin im nanoTruck, und ihr Kollege Ralf Frese, hießen während der HMI insgesamt 12.000 Besucherinnen und Besucher im nanoTruck willkommen
  • Leo Probst, Drittplatzierter beim Wettbewerb "Invent a chip" 2009, übernahm die nanoTruck-Bühne
  • Christian Dürr, FDP-Fraktionsvorsitzender im niedersächsischen Landtag, zeigte sich fasziniert von den Errungenschaften der gar nicht so jungen Nanotechnik.
  • Stolze 12.000 Messebesucher besuchten den nanoTruck.
  • "Sturm auf den nanoTruck"
  • Wissenschaftler Ralf Frese erklärt Jugendlichen, was ein Ferrofluid ist und was es mit Nanotechnologie zu tun hat.
  • Ferrofluid-Demo n° 2
  • Ferrofluid-Demo n° 3 Kollegin Katharina Müller tat es ihm gleich.
  • Der Drittplatzierte im bundesweiten Schülerwettbewerb "Invent a chip" 2009, Leo Probst aus Bad Kötzting, erklärte im nanoTruck höchst persönlich seine prämierte Entwicklung eines sogenannten „Li-Equalizers“.