nanoTruck – Treffpunkt Nanowelten: Die Ausstellung

Lässt sich einmal um die Erde spannen und passt in einen Fingerhut: Im nanoTruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zeigt die Nanotechnologie, was sie kann

Ein Gramm der winzigen Faser mit einem Durchmesser von nur 155 Nanometern reicht einmal rund um den Globus – also stolze 41.000 Kilometer weit. Eine extrem dünne Schicht des beheizbaren Speziallacks aus Kohlenstoff-Nanomaterial kann auf Treppenstufen oder anderswo gefährliches Glatteis verhindern. Und ein Fluid aus Milliarden von magnetischen Nano-Teilchen kann es mit einem Gehirntumor aufnehmen ohne das gesunde Gewebe zu schädigen. Alles Zukunftsmusik?

Ganz und gar nicht! Im nanoTruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) präsentieren sich Nano-Forschung und -Praxis Seite an Seite und zeigen ein eindrucksvolles Spektrum nanotechnologischer Entwicklungen für fast alle Lebensbereiche: für Haushalt, Sport und Freizeit ebenso wie für Bauen und Wohnen, Information und Kommunikation, Medizin und Gesundheit.

Auf insgesamt 100 Quadratmetern mobiler Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche zeigt das BMBF zukunftsweisende Forschungsprojekte, verblüffende Produktneuheiten und therapeutische Innovationen aus allen Bereichen der Nanotechnologie. Eingebunden in sechs Themenwelten erwecken über siebzig, mehrheitlich interaktive Ausstellungsobjekte und Installationen den Nanokosmos zum Leben.

Deutschlands wohl einziges mobiles Elektronenmikroskop macht „nano“ sichtbar und ringsherum zeigt sich, was Teilchen, Schichten & Co zu leisten vermögen: von Kratzbeständigkeit über Selbstreinigung bis Brandschutz. Vier große Schautafeln bilden die inhaltliche Klammer der Ausstellung und lenken den Blick auf das „Nano-Land“ Deutschland, die Arbeit der begleitenden Sicherheitsforschung, die Einsatzgebiete der Nanotechnologie und die wahren Dimensionen in der Welt des unsagbar Kleinen. Multimedia-Terminals, Hörstation und Nano-Kino bieten jede Menge vertiefende Informationen, Bilder, Grafiken, Filme und Audiobeiträge.

Offen, transparent, verständlich

Das Konzept der mobilen Exponatschau im nanoTruck folgt dem Prinzip der offenen, transparenten und verständlichen Information und Kommunikation über die Grundlagen, Forschungs- und Anwendungsbereiche, Chancen und Risikopotenziale der Nanotechnologie. Selbstständig oder gemeinsam mit einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler, die den nanoTruck auf seiner Deutschland-Tour begleiten und das BMBF-Projekt fachlich betreuen, können die Besucherinnen und Besucher den Grundprinzipien der „Nano-Natur“ an zahlreichen interaktiv gestalteten Ausstellungsstationen auf den Grund gehen. Und damit verstehen lernen, warum Winzlinge riesig sein können und umgekehrt Riesen auch winzig.

Dazu brauchen sie nur einen Blick auf den Nanowürfel zu werfen. Das Exponat im Obergeschoss des nanoTrucks widmet sich der Frage, wie es gelingen könnte, Wasserstoff als sauberen Treibstoff für Brennstoffzellen zur Stromerzeugung so effizient wie möglich zu speichern. Genau diese Eigenschaften besitzen die MOFs (engl. für „Metal Organic Frameworks“), sogenannte metallorganische Gitterstrukturen, die in ihren unzähligen Lücken jede Menge Platz zur Verfügung stellen. Über das Bild eines Fingerhuts voll MOFs, die zusammen die Oberfläche von rund 75 Prozent eines Fußballfeldes besitzen, wird schnell klar, warum Winzlinge riesig sein können. Und warum können Riesen umgekehrt auch winzig sein? Hier kommen die organischen Solarzellen ins Spiel.

Sie basieren auf lichtempfindlichen, farbstoffähnlichen Verbindungen und können in Serie auf großen Flächen kostengünstig produziert werden. Nanomaterialien machen es möglich. Sie könnten schon bald in Fensterfronten großer Bürogebäude zum Einsatz kommen. Die Fenster selbst sind zwar riesig, ihr Innenleben wird jedoch von Nanoschichten, Nanomaterialien und Farbstoffen auf Glas- oder Kunststoffträgern bestimmt. Mit dieser neuen Generation von Solarzellen besteht die Chance einer intensiveren Nutzung erneuerbarer Energien.

Nanofasern, Nanoschichten, Nanoteilchen

Neben den Nanofasern und Nanoschichten spielen die Nanoteilchen in der Ausstellung im nanoTruck eine wichtige Rolle. Denn über ihren Einsatz und ihre Auswirkungen – positive wie potenziell negative – fördert das BMBF konsequent einen konstruktiven Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Industrie und Öffentlichkeit, der beispielsweise in der BMBF-Veranstaltungsreihe „Bürger treffen Experten“ zum Thema Nanotechnologie oder in Gestalt des Informationsportals DaNa seinen Niederschlag findet.

Neben so spektakulären Exponaten wie dem nobelpreisgekürten Elektronenmikroskop seines Erfinders Prof. Ernst Ruska oder dem „Spektrometer“ zur schnellen und zuverlässigen Bestimmung von Nanopartikel-Größe und -Stabilität, liefert eine große Schautafel im nanoTruck zum Thema „Chancen nutzen – verantwortungsvoll handeln“ die wichtigsten Stichworte für organisierte und individuelle Gesprächs- und Diskussionsrunden mit den nanoTruck-Wissenschaftlern, geladenen Experten unterschiedlicher Disziplinen und dem interessierten Ausstellungspublikum.

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