Textilien

Hightech aus dem Nanokosmos
Symbol für den Einsatzbereich Textilien.

Der Einsatz von Textilien beschränkt sich nicht auf unsere Kleidung. Man findet sie ebenso als Bezüge von Autositzen, in den Luftfiltern von Klimaanlagen, in Form von Markisen und Stoffbespannungen an Gebäuden oder als Abdeckungen von Operationstischen in Kliniken. Technische Textilien müssen ihren verschiedenen Anwendungen entsprechend speziellen Ansprüchen genügen. Mit Nanotechnologie können die Eigenschaften vonTextilfasern je nach Anforderung maßgeschneidert werden.

Heute sind unter anderem Markisen und Sonnenschirme im Handel, deren Textiloberflächen mit wasser- und schmutzabweisenden Beschichtungen versehen sind. Als Vorbild diente den Herstellerunternehmen dabei die Pflanzenwelt. Wie man erstmals bei den Blättern der Lotuspflanze herausfand, zeigen mikro- und nanostrukturierte Oberflächen verblüffende Selbstreinigungseffekte: Auch fettiger Ruß kann mit Wasser von der Oberfläche abgespült werden, selbst Klebstoff tropft einfach ab. Dieses Phänomen wurde in den 1970er-Jahren von dem Bonner Wissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Barthlott und seinen Mitarbeitern erforscht und 1992 mit dem Begriff „Lotus-Effekt“ beschrieben. Der Effekt kommt bei rund 20.000 weiteren Pflanzenarten vor, darunter Kohl, Kapuzinerkresse, Schilf und Tulpen. „Lotus-Oberflächen“ sind jedoch sehr empfindlich gegenüber mechanischer Beanspruchung und werden
bei Berührung durch Hautfettablagerungen schnell wirkungslos. Häufiger angewendet wird der „easy-to-clean“-Effekt, dessen Wirksamkeit geringer ist als die des Lotus-Effekts. Sehr glatte Nanoschichten oder dichte Anordnungen wasser- und fettabweisender Nanoteilchen auf einer Oberfläche lassen Wassertropfen ebenfalls leicht ablaufen. Schmutzteilchen werden allerdings nicht an der Tropfenoberfläche gebunden, sondern nur eine Weile mitgetragen und dann zurückgelassen. Nanotechnologie kann bei Textilien weit mehr bewirken als bloße Reinigungseffekte. Entscheidend für
Zulieferer und Kunden der Textilindustrie ist dabei, welche Anwendungen tatsächlich in den Bereich der Nanotechnologie fallen. In Deutschland wurden mittlerweile Gütesiegel etabliert, die eine klare Zuordnung unterstützen sollen.

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Die Nanotechnologie verfolgt in der Textilbranche große Ziele:
  • Neue oder etablierte Textilien mit bisher nicht erreichten Eigenschaften herzustellen
  • Textilveredelung durch Beschichtung (z. B. mit NanopartikelTeilchen mit einer Größe unter 100 Nanometer.n), Strukturierung oder Ausstattung mit neuen Funktionen zu erreichen
  • Permanente Ausrüstung mit Eigenschaften wie Wasch- und Abriebfestigkeit, "easy-to-clean"-Effekt, Schutzschichten, Gleitfähigkeit, schaltbare und regenerationsfähige Nanoschichten, elektrische Leitfähigkeit und magnetische Abschirmung, katalytische Selbstreinigung, stoffspezifische Filtrations- und Bindungseigenschaften, gesteuerte Abgabe von Inhaltsstoffen, verbesserte Anpassungsfähigkeit, Flammfestigkeit, Elastizität und Verarbeitbarkeit
Nanotechnologie kommt heute und in Zukunft bei der Bearbeitung von Fasern, Garnen, Geweben, Gewirken, Geflechten, Gelegen, Vliesstoffen, Beschichtungen, Verbindungstechniken und KompositmaterialEin komplexes Material, in dem zwei oder mehr verschiedene und strukturell zueinander passende Stoffe (zum Beispiel Metalle, Keramik, Glas und Polymere) kombiniert werden, um strukturelle oder funktionelle Eigenschaften zu erzeugen, welche die Komponenten allein nicht besitzen.ien zum Einsatz und wird in folgenden Bereichen angewendet:
  • Herstellungsverfahren (Sol-Gel-Prozess, Verarbeitung des fertigen Textils, Lösungen auf Wasserbasis)
  • Freizeit- und Berufskleidung (z. B. T-Shirts mit Titandioxidteilchen als UV-Schutz im Gewebe, Schmutz abweisende Business-Mode)
  • Luftreinigung, Abwasser- und Staubfiltration (z. B. Industrieanlagen, Automobil)
  • Verbandsmull und chirurgisches Nahtmaterial in der Medizin
  • Baumembranen und textilbewehrter Beton
  • Sonnenschirme und Markisen mit Selbstreinigung
  • Segeltücher in der Schifffahrt
Nanofasern für Filtermaterialien.
Feinste Fasern, viele Funktionen

Marburger Forschern ist es gelungen Nanofasern mit wenigen 100 nm Dicke herzustellen. Dank dieses neuen Verfahrens können katalytische Nanoteilchen oder Arzneimittelwirkstoffe in ihnen eingeschlossen werden. Mehr zum Thema...

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30.08.2010 - Von "kleinen" und "großen" Aha-Effekten. Wie 5.- und 13.-Klässler den nanoTruck erlebten. Mehr ->
29.07.2010 - "Hightech für Arnoldiner". necTV Neustadt (Coburg) berichtet ->
27.07.2010 - Der nanoTruck im THINK ING.-Porträt. Mehr ->
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