Eine besondere Mischung internationaler "Mitreisender" erwartete den nanoTruck bei seinem Besuch am 12. und 13. November in Brüssel. Auf Einladung des Referats Bildung und Forschung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union (StäV), ließen sich während einer Sitzungspause 17 Mitglieder der Ratsarbeitsgruppe Forschung und eine Gruppe Kommissionsmitglieder, Bildungs- und Forschungsreferenten, die eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltete Präsentationsveranstaltung zum Thema „Nanomedizin – Nanotechnologien für die Gesundheit“ besuchten, die praktische Seite der Nanotechnologie präsentieren. Gastgeber des europäischen "Stell-dich-eins" im nanoTruck war die Internationale Deutsche Schule in Brüssel, auf deren Gelände der Science Truck zwei Tage lang Laboratmosphäre verströmte. Über 400 Schülerinnen und Schüler machten bei einer Vortragsdiskussion, kommentierten Ausstellungsrundgängen und einem nanotechnologischen Praktikum erste Bekanntschaft mit der Nanotechnik.
Donnerstagmorgen, 12. November, 8 Uhr: Aula der Gastgeberin des zweiten Auslandsaufenthalts des nanoTrucks in 2009: Rund 400 Schülerinnen und Schüler der Internationalen Deutschen Schule in Brüssel lauschen aufmerksam dem Vortrag von Dr. Andreas Jungbluth. "Nanotechnologie spielt heute in zahlreichen Anwendungen des täglichen Lebens eine Rolle, wo man sie gar nicht vermutet," erklärt der wissenschaftliche Projektleiter der BMBF-Initiative. „Im nanoTruck könnt ihr auf der Fläche einer Zweizimmerwohnung gleich viele dieser Phänomene selbst entdecken,“ stimmt der promovierte Biologe seine Zuhörer auf eine Reise durch den Nano-Kosmos ein. Manche seiner jugendlichen Zuhörer schauen etwas skeptisch, als er darauf hinweist, dass die Nanotechnologie keine Erfindung der Neuzeit ist. „Auch wenn der Japaner Norio Taniguchi den Begriff Nanotechnologie erst 1974 prägte, haben die Mayas bereits 800 Jahre n. Chr. die blaue Farbe, mit der sie zum Beispiel ihre Tempel anstrichen, mit Hilfe der Nanotechnologie zusammengemischt. Damals aber wohl noch nach dem „Trial and Error-Prinzip““, so Jungbluth. Ein Raunen geht durch die Reihen. Spätestens als der nanoTruck-Wissenschaftler auf die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie in der ElektronNegativ geladenes Elementarteilchen. Elektronen bilden die Hülle der Atome. Der Name kommt vom griechischen Wort Elektron und bedeutet Bernstein (an welchem Elektrizität erstmals beobachtet wurde).ik wie beispielsweise LEDs in Handys und MP3-Playern zu sprechen kommt, schwappt die Begeisterung der "technikaffinen" Schülerinnen und Schüler auf ihre Klassenkameraden über. Alle nehmen das Angebot, die Nanotechnologie und ihre Phänomene im Science Truck auf eigene Faust zu erkunden, gerne an. „Im Vortrag wurde alles schon gut und verständlich erklärt. Aber hier im Truck werden die Lebensbereiche, in denen die Nanotechnologie schon eine Rolle spielt, auch noch toll veranschaulicht“, zeigt sich die 17-jährige Katharina Andres während ihres Ausstellungsrundgangs begeistert. Und auch für den Flugzeugliebhaber Vincent Mascovic ist vieles, was er in der Exponatschau im nanoTruck sehen und "live" ausprobieren kann, ein Grund zur Neugierde: „Mir war nicht bekannt, dass diese Technologie auch für die Flugzeugindustrie interessant ist. Gut zu wissen, denn ich möchte später einmal Pilot werden“, ergänzt der Zehntklässler schmunzelnd.
Internationale Gäste aus EU-Politik und Forschung
Zwei ganz andere Gästegruppen besuchten am Nachmittag und Abend des 12. November das mobile Nano-Labor: 17 Politikerinnen und Politiker aus 14 EU-Staaten, die an einer Tagung der Ratsarbeitsgruppe Forschung teilnahmen, und eine Gruppe EU-Kommissionsmitglieder, Bildungs- und Forschungsreferenten, Nanotechnologieexperten aus BMBF und Industrie, die zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung über die aktuellen Forschungs- und Einsatzfelder der Nanotechnologie in Medizin und Pharmazie geladen waren, ließen sich von den wissenschaftlichen Projektbegleitern in die nanotechnologische Praxis einführen. "Wir wollten die Gelegenheit nutzen, unseren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Mitgliedsstaaten zu zeigen, wie man die öffentliche Resonanz auf diese Technologie fördern kann", so Thomas Grosse, Referent für Bildung und Forschung bei der Ständigen Vertretung Deutschlands in Brüssel. Mit Erfolg. So sagte Milagros Candela, Forschungsrätin für Spanien, während ihres Besuchs im Science-Truck: „Ich bin Professorin für Genetik und beschäftige mich mit dem Thema Biosicherheit. Nur wenn wir die Menschen informiert halten und sie mit ihrer Angst vor dem Unbekannten nicht alleine lassen, kommen wir im Bereich Neue Technologien wirklich voran. Dialoginitiativen wie diese sind nicht nur beeindruckend, sondern auch unabdingbar für die Information der Bürgerinnen und Bürger". Gerade junge Menschen an das Themenfeld Naturwissenschaft und Technik heranzuführen sei dabei ein wichtiges Anliegen, so Frau Candela. Dies unterstrich auch der deutsche Botschafter Dr. Guido Peruzzo im Rahmen der vom BMBF in der Bayerischen Vertretung in Brüssel veranstalteten Präsentation zur Nanomedizin am Abend und schickte der Dialoginitiative gute Wünsche für einen anhaltenden großen Erfolg ihrer zahlreichen Informations-, Diskussions- und Mitmachangebote hinterher.
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