Nanotechnologie: Katheter wehren Keime ab

Für die Medizintechnik ist die Nanotechnologie heute schon segensreich. Zum Beispiel weil medizinische Hilfsmittel wie Katheter nicht unter absolut sterilen Bedingungen eingesetzt werden können. Hier kommt die schmutzabweisende und antibakterielle Eigenschaft einiger NanomaterialienNanomaterialien
Werkstoffe mit einer Abmessung oder Strukturierung unter 100 nm.
zum Tragen.

Blasenkatheter mit Nanobeschichtung
Eine Nanobeschichtung auf neuartigen Blasenkathetern verhindert Verkrustungen, die zu Verletzungen und Infektionen führen können. Foto: Urovision.

Nanobeschichtungen bei Blasenkathetern, die in die Harnröhre eingeführt werden, verhindern lästige und schmerzhafte Infektionen.

Beim Einführen eines ohne NanopartikelNanopartikel
Teilchen mit einer Größe unter 100 Nanometer. Größe
optimierten Katheters in die Harnröhre werden trotz aller Hygienemaßnahmen manchmal Bakterien eingeschleppt, die die Katheteroberfläche besiedeln können.

Dort bilden sie mit selbst ausgeschiedenen Substanzen und Harnbestandteilen einen kristallinen Biofilm, der sich allmählich zu einer festen Kruste aufbaut. Dadurch besteht die Gefahr einer Harnwegsinfektion.

Nanotechnologie: Verhindert Infektionen durch antibakteriell wirkende Partikel

Bei Entfernen des Katheters kann diese Kruste außerdem das Innere der Blase und der Harnröhre verletzten. Entzündungen, Vereiterungen, schlimmstenfalls sogar eine Blutvergiftung sind die Folge. Um diese Gefahr einzudämmen, entwickelte ein deutsches Nanotechnologie-Unternehmen zusammen mit der Universitätsklinik Bonn eine spezielle Nanobeschichtung. Diese 50 nm dünne Schicht ist aus vergleichsweise ungeordneten Kohlenstoffstrukturen aufgebaut.
Wie durch medizinische Tests und die anschließende Marktzulassung bestätigt wurde, siedeln sich auf ihr keine Keime mehr an. Darüber hinaus ist die Schutzschicht chemisch beständig, gewebeverträglich (biokompatibel) und reibungsarm.

Des Weiteren sind bereits Hörgeräte im Handel die dank schmutzabweisender Nanobeschichtung hygienischer bleiben und dadurch helfen, Infektionen zu vermeiden

Auch für weitere zukünftige innovationen werden große Hoffnungen in die Nanotechnologie gesetzt. Zum Beispiel wenn Gelenkimplantate verschleißärmer gemacht oder an das umliegende Knochengewebe biologisch angepasst werden sollen.

 

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